Gegen Schwarzfahrer

Mehr Kontrollen: KVG will jährlich 900.000 Fahrgäste überprüfen

Kassel. Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) und die Verkehrsgesellschaft Cantus weiten ihre Kontrollen gegen Schwarzfahrer aus.

Die KVG kontrolliert in Bussen und Straßenbahnen bereits häufiger: „Wir haben ein neues Konzept, mit dem wir ohne zusätzliches Personal die Zahl der Prüfungen erhöhen“, sagt Sprecherin Heidi Hamdad. Seit Anfang Juli seien die 20 KVG-Kontrolleure nicht mehr in fünf Viererteams unterwegs, sondern halten jeweils zu zweit nach Schwarzfahrern Ausschau.

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Auf diese Weise wolle die KVG pro Jahr künftig 300 000 Fahrgäste mehr überprüfen. Bisher mussten jährlich etwa 600 000 Menschen ihre Fahrscheine vorzeigen, erläutert Hamdad. Erwischt habe man bis zu 10 000 Ticketlose. Die durchschnittliche Schwarzfahrer-Quote liegt laut KVG bei 1,5 Prozent.

Angesichts von 16,8 Millionen Euro Verlust im vergangenen Jahr spricht Hamdad offen von finanziellen Gründen, die bei der Erhöhung der KVG-Kontrollen eine Rolle spielen. Eine Aufstockung des Personals sei nicht ausgeschlossen – sofern sich der Mehraufwand finanziell rechne.

Auch in den Cantus-Regionalzügen tut sich etwas: NVV-Sprecherin Sabine Herms bestätigt, dass ab Dezember 2016 bei 30 Prozent aller Fahrten kontrolliert werde. Das sei im neuen Vertrag zwischen dem NVV und Cantus festgeschrieben. Derzeit werde nur bei 25 Prozent der Fahrten nach Fahrscheinen gefragt. Laut Sprecherin Herms sind bei Cantus insgesamt 20 festangestellte Kontrolleure im Einsatz.

Bei den ebenfalls zum NVV gehörenden Regiotrams bleibt es laut Herms bei 25 Prozent zu kontrollierenden Fahrten. In Regiotrams und Cantus-Zügen werden in den Abendstunden – also zwischen 20 Uhr und Betriebsschluss – etwa die Hälfte aller Fahrten kontrolliert. Die Kurhessenbahn, die zur Regio AG der Deutschen Bahn gehört, überprüft die Tickets bereits bei fast allen Zugfahrten.

Von Matthias Hoffmann

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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