Mieterbund befürchtet Mietpreiserhöhung

Buwog steigt in Kassels Wohnungsmarkt ein

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Ab Oktober im Eigentum der österreichischen Buwog: Eines der Mietshäuser an der Görlitzer Straße (Waldau), das bislang der Kölner Vivacon gehörte. Der Immobilienbestand stand bisher unter Zwangsverwaltung.

Kassel. Im Oktober sollen die 1190 Kasseler Wohnungen der Kölner Vivacon AG für 45,8 Mio. Euro an die österreichische Buwog übergehen (im Schnitt 40.000 Euro pro Wohnung). Der Mieterbund Kassel steht diesem Geschäft skeptisch gegenüber.

Denn die von der Buwog angekündigten erheblichen Mietpreissteigerungen würden mutmaßlich zu erheblichem Leerstand führen, sagt Dr. Esther Tiedtke, Geschäftsführerin des Mieterbundes.

Dem Mieterbund ist schon länger bekannt, dass die unter Zwangsverwaltung der Postbank stehenden Vivacon-Immobilien verkauft werden sollen. Drei Viertel der Wohnungen liegen in Waldau, ein Viertel in Oberzwehren und ein kleiner Rest am Eichwald. Die 1190 Wohnungen haben eine Gesamtmietfläche von 88.500 Quadratmetern.

Wegen verschiedener in die Insolvenz geratenen Hausverwaltungen ist nach Angaben des Mieterbundes zuletzt kaum in die Instandhaltung der Gebäude investiert worden. So hätten die Wohnungen teilweise Mängel, besonders wegen schlechter Isolierung und Feuchtigkeit.

Die Mieter in den Wohnungen hätten zum Teil hohe Betriebs- und Heizkosten zu tragen. Auch bei den Abrechnungen habe es immer wieder „erhebliche Probleme“ gegeben. Es sei zu hoffen, dass mit dem neuen Eigentümer ordnungsgemäße Abrechnungen erstellt würden, sagt Tiedtke.

Auf Grundlage dieser Erfahrung rät der Mieterbund potenziellen Mietern, bei der Anmietung einer dieser Wohnungen auf die Bruttomiete zu achten und nicht lediglich auf die Kaltmiete.

Durchschnittsmiete niedrig

Die Buwog verweist darauf, dass die Durchschnittsmieten des Bestandes mit 4,05 Euro pro Quadratmeter unter dem Kasseler Marktschnitt liegen. Die jährlichen Gesamtmieteinnahmen lägen aktuell bei 4,2 Mio. Euro. Zudem gebe es kaum Mieterwechsel. Wegen der guten wirtschaftlichen Entwicklung und der zentralen Lage Kassels biete der Standort exzellente Perspektiven. Deshalb prüfe sein Unternehmen weitere Zukäufe in Kassel, sagt Buwog-Geschäftsführer Alexander Hoff.

Alexander Alter, Kasseler Immobilienmakler und Vorsitzender des Immobilienverbandes Deutschland Mitte, hofft, dass die Buwog den Bestand pflegt und nicht nur an Rendite interessiert ist. „Wir brauchen weiterhin günstige Wohnungen in Waldau“, sagt Alter.

Von Bastian Ludwig

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