Traditionslokal hat neue Pächter und wird grundlegend modernisiert

Café Lange an der Friedrich-Ebert-Straße: Nach Umbau ist alles neu

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So soll es demnächst aussehen: Die neuen Betreiber Martina Böse und Jürgen Rehermann zeigen, wie sich der Eingangsbereich des Café Lange (im Bild hinten rechts) nach dem Umbau präsentieren wird. Momentan ist das Haus durch Absperrungen und Baugerüste verdeckt, Ende August soll die Neueröffnung sein.

Kassel. Einer gastronomischen Institution im Vorderen Westen wird gerade neues Leben eingehaucht: Das traditionsreiche Café Lange an der Friedrich-Ebert-Straße 72 ist zurzeit völlig entkernt und eine Baustelle. Die plüschig-betagte Caféeinrichtung ist schon vor Wochen verschwunden.

Mit einem neuen, zeitgemäßen Konzept und neuen Pächtern soll Ende August die Wiedereröffnung gefeiert werden.

Geführt wird das „Lange“ künftig von Jürgen Rehermann und seiner Partnerin Martina Böse. Der 50-jährige Gastronom betreibt bisher die drei Cafeterien und Bistros im Klinikum Kassel sowie einen Backshop an der Mönchebergstraße. Nach Rehermanns Vorstellungen soll das Café Lange seinen kultigen Ruf neu erfinden und am Ende des neuen Boulevards Friedrich-Ebert-Straße die Szene-Flaneure ebenso anziehen wie alteingesessenes Stammpublikum, das sich dort seit jeher zum Kaffeekränzchen trifft.

Ergänzend zu Frühstückssortiment, Gebäck und Torten soll es zwar künftig keine große Restaurantküche mehr geben, aber dennoch allerlei Warmes und Herzhaftes für die Mittagspause oder fürs Abendessen, kündigt Rehermann an: „Alles, was lecker aus dem Bäckereiofen kommt“, wie Brotteig-Pizza, überbackene Imbisse, warme Pasteten, Eintöpfe aus dem Brotlaib, Pastagerichte und ähnliches mehr. Auch tägliche Stammessen seien geplant.

Leere Räume für neue Ideen: Die plüschig-betagte Einrichtung des Traditionscafés ist inzwischen Geschichte. Vorne rechts befestigt Trockenbauarbeiter Dejan Zivkovic eine Deckenblende.

Das Konzept eines Back-Restaurants, das jetzt einige Anbieter in Kassel verfolgen, ist zwar nicht mehr völlig neu, aber es hat seine örtlichen Ursprünge in dem Café an der Friedrich-Ebert-Straße. „Da waren Heinrich Huth und Heinrich Apel schon richtige Visionäre“, sagt Rehermann über die früheren Cafébetreiber, die zusätzlich zum Bäcker- und Konditorenhandwerk schon früh auf Vollrestauration setzten. Die neuen Betreiber wollen dies nun für die gegenwärtigen Bedürfnisse der Kundschaft fortschreiben: Schnell, lecker, unkompliziert und urban solle es sein. Aber ein üppiges Stück Sahnetorte zum Kaffee werde es nach wie vor im neuen Café Lange geben.

Kuchen, Torten und Gebäck kommen weiterhin von der Niestetaler Bäckerei Heinrich Apel, die das Café seit 1990 geführt hatte und die 2009 von den Inhabern der Göttinger Feinbäckerei Thiele übernommen worden war. Als bekannt wurde, dass sich die Eigentümer von dem Cafébetrieb im Kasseler Westen trennen wollten, griff Jürgen Rehermann zu. Die neue Perspektive kam ihm gelegen, da die Cafeterien im Kasseler Klinikum nach einer Neuorganisation ab dem kommenden Jahreswechsel von einem Dienstleistungskonzern betrieben werden sollen.

Mehr zum Café Lange finden Sie im Regiowiki.

Die Friedrich-Ebert-Straße sei ein zukunftsträchtiger Standort, sagen Jürgen Rehermann und Martina Böse. Neben den Sanierungsarbeiten, die die Hauseigentümerfirma aus Bad Hersfeld gerade am Gebäude erledigen lässt, investieren sie selbst in die Erneuerung des Café Lange etwa 550.000 Euro und wollen es werktags ab 6, an den Wochenenden ab 7 Uhr jeweils bis 21 Uhr öffnen.

Von Axel Schwarz

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