Die Betten stehen

Winterfeste Quartiere für Flüchtlinge: Fragen und Antworten

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Bettenbau: Im leerstehenden Hornbach-Gartenmarkt in Lohfelden sollen 800 Flüchtlinge untergebracht werden, die Betten werden bereits aufgebaut. Unser Bild zeigt die Lohfeldener Feuerwehrleute Markus Orth (links) und Jan Moog. 

Kassel. Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür und die Zeltststädte für Flüchtlinge werden an vielen Orten in der Region winterfest gemacht.

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Flüchtlingsunterbringung:

Kann man alle Flüchtlings-Zeltstädte der Region winterfest machen?

Die Sanitäranlagen in Calden sind schon zur Hälfte winterfest gemacht, bis Montag soll dies komplett geschehen sein, erklärt das Regierungspräsidium Kassel. Elf größere Zelte in Calden sollen zudem bis spätestens Ende November winterfest gemacht werden. Das geht allerdings nicht für kleinere Zelte und nicht an jedem Standort. Etwa in Schwarzenborn (Schwalm-Eder-Kreis), erklärt RP-Sprecher Michael Conrad. Ziel sei es daher, diese Zeltstadt möglichst bald aufzulösen. Dort sind die Temperaturen angesichts der Höhenlage im Knüll vergleichsweise niedrig und sollen laut Wetterbericht am Wochenende sogar auf den Gefrierpunkt sinken. Die Zeltstadt dort sei nicht winterfest zu machen, erklärte Michael Conrad. Theoretisch könnten Flüchtlinge von dort auch nach Lohfelden in den ehemaligen Hornbach Baumarkt einziehen – oder in winterfeste Zelte in Calden. Einen Termin für eine Auflösung der Zeltstadt Schwarzenborn könne man noch nicht nennen, auch angesichts der Unklarheit darüber, wie viele Flüchtlinge noch die Region erreichen.

Im leerstehenden Hornbach-Gartenmarkt in Lohfelden entsteht eine weitere Ersteinrichtung für 800 Flüchtlinge. Wie weit sind die Vorbereitungen gediehen?

In der früheren Verkaufshalle werden zurzeit hundert Parzellen aus Press-Spanplatten für jeweils acht Personen errichtet. Auch die Schlafgelegenheiten werden aufgebaut, geplant sind Doppelstockbetten aus Holz. Bis Montag soll die Infrastruktur samt Heizung und Wasserversorgung stehen. Um das Gebäude mit seinen großen Glasflächen wird ein Bauzaun als Sichtschutz errichtet.

Wann sollen die ersten Flüchtlinge bei Hornbach einziehen?

Das Regierungspräsidium peilt kommenden Dienstag an. Allerdings konnten bisher nicht genügend Duschcontainer beschafft werden. Nun sollen normale Container zu Sanitärcontainern umgebaut werden. Ob am Dienstag mit der Belegung begonnen werden kann, ist noch offen.

Wer erledigt die ganzen Vorbereitungsarbeiten?

Beteiligt sind Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW), unterstützt werden sie von den Feuerwehren Lohfelden und Söhrewald sowie der DLRG. Dies sind ehrenamtliche Kräfte, die bei ihren Arbeitgebern die Freistellung beantragt haben. Die Betriebe erhalten für den Arbeitsausfall eine Entschädigung.

Wie verteilen sich die Flüchtlinge derzeit auf die Erstaufnahme-Unterkünften des Regierungspräsidiums Kassel?

Rund 3340 Flüchtlinge waren es am Mittwochmorgen: 1266 in Calden, in Schwarzenborn 361, in Hessisch Lichtenau 483. In winterfesten Quartieren leben bereits 493 in der Landesfeuerwehrschule Kassel, 197 in der ehemaligen Lüttich Kaserne auf der Kasseler Marbachshöhe, 287 im ehemaligen Veterinäramt in der Druseltalstraße Kassel sowie 256 in Beberbeck bei Hofgeismar.

Noch nicht eingerechnet sind Unterkünfte in Hallen in Waldeck-Frankenberg, deren Betrieb das RP Kassel kurzfristig auch noch übernehmen soll. 476 Flüchtlinge waren dort am Mittwoch untergebracht. Auch der Schwalm-Eder-Kreis bereitet sich derzeit auf die Unterbringung von bis zu 1000 Flüchtlingen in Notunterkünften vor.

Wo sollen noch weitere winterfeste Erstaufnahme-Unterkünfte in der Region entstehen?

Wie oben beschrieben werden ja Teile der Zeltstadt Calden winterfest gemacht. Wie viele Flüchtlinge dort untergebracht werden könnten, sei noch unklar, so das RP: Das hänge auch davon ab, wie viele Wohncontainer man erhalte. Hinzu kommt der Baumarkt in Lohfelden. Zudem sollen in Hessisch Lichtenau in Leichtbauhallen laut RP zwischen 1000 und maximal 1500 Menschen Platz finden.

In Vorbereitung sind auch noch, wie berichtet, Gebäude der ehemaligen Fritz-Erler-Anlage in Fuldatal-Rothwesten. Dort sollen 450 Flüchtlinge bis Ende November einziehen, weitere 450 ab März. Auch auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei will das Land ab Dezember 400 Plätze bereitstellen. Beide Standorte werden vom Hessischen Baumanagement vorbereitet, als Betreiber ist dann wiederum das Regierungspräsidium Kassel vorgesehen.

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