Stadt untersagt Übernachten im Gewerbepark

Camp-Verbot für Lkw-Fahrer im Langen Feld in Kassel

Die Stadt verbietet Lkw-Fahrern das Übernachten im Gewerbepark Langes Feld: Die Vermüllung rund um die Fahrzeuge hat zu dieser Entscheidung beigetragen. Archivfoto: Andreas Fischer
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Die Stadt verbietet Lkw-Fahrern das Übernachten im Gewerbepark Langes Feld: Die Vermüllung rund um die Fahrzeuge hat zu dieser Entscheidung beigetragen. Archivfoto: Andreas Fischer

Lkw-Fahrer dürfen künftig nicht mehr über Nacht mit ihren Fahrzeugen im Gewerbepark Langes Feld in Kassel stehen.

Kassel - Flaschen mit Urin, leere Konservendosen, Ölkanister und Müllbeutel: Diesen Anblick mussten Spaziergänger, die im Gewerbegebiet „Langes Feld“ in Niederzwehren unterwegs waren, oft ertragen. Es handelte sich um menschliche Hinterlassenschaften von Lkw-Fahrern, die auf dem Areal übernachten.

Im Mai hatte die Stadt dort zusätzliche Abfalleimer aufgestellt, damit sich die Müllsituation verändert. Aber das hat offenbar nichts gebracht. Denn jetzt hat die Stadt entschieden, dass das Abstellen von Fahrzeugen über längere Zeit oder auch zum Übernachten im Gewerbepark Kassel-Niederzwehren nicht mehr zulässig ist. Entsprechende Hinweisschilder sollen dort bis Ende August aufgestellt werden.

Die Anlieger seien vorab bereits über die neuen Regelungen informiert worden. „Für die ansässigen Firmen ändert sich nichts. Jeder Kunde, Lieferant oder Mitarbeiter kann das Gelände wie bisher auch nutzen“, so Verkehrs- und Ordnungsdezernent Dirk Stochla.

Vom Verbot betroffen sind nur Lkw-Fahrer, die entlang der Kieler, Hannoverschen und Hamburger Straße in ihren Fahrzeugen campiert haben. Dabei seien weniger die abgestellten Fahrzeuge als vielmehr die fehlende Infrastruktur für die Fahrer das Problem gewesen, so Stochla. Insbesondere das Fehlen von sanitären Einrichtungen habe die Situation verschärft. Die Lage habe sich zwar zunächst ein wenig verbessert, nachdem die Stadt zusätzliche Abfallbehälter aufgestellt habe, aber zuletzt wieder deutlich verschlechtert.

„Die Situation für die Fahrer ist bekanntermaßen wegen fehlender Plätze für Lkw und der gezahlten Niedriglöhne schwierig“, sagt Stochla „Dennoch werden wir als Stadt Kassel die zweckfremde Nutzung eigener Flächen nicht zulassen und die damit einhergehenden negativen Auswirkungen nicht länger tolerieren.“

Niederzwehrens Ortsvorsteher Harald Böttger steht hinter der Entscheidung der Stadt. „Leider haben alle bisherigen Maßnahmen nicht zu dem erhofften Erfolg geführt, und das Gewerbegebiet wurde immer mehr zu einem Rastplatz für Lkw mit äußerst negativen Folgen für die Umwelt und die Anlieger“, so Böttger. Der Müll sei zuletzt sehr großräumig im ganzen Gewerbegebiet verteilt gewesen. „Diesen Zustand konnte man weder den ansässigen Firmen, noch den Besuchern des Gewerbegebietes weiter zumuten.“ Leider führe Uneinsichtigkeit und fehlende Sensibilität für die Umwelt dann zu solchen generellen Verboten. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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