Uni Kassel rechnet ab 2015 mit deutlich über 23 000 Studenten

Campus wächst weiter: Neue Bauprojekte

Wird vergrößert: Das Gebäude Ingenieurwissenschaften III neben dem Gießhaus soll mit dem Geld aus Wiesbaden aufgestockt werden. Foto: Fischer

Kassel. Mit 22 000 Studenten, die zuletzt eingeschrieben waren, hatte die Uni Kassel ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Weil aber wegen doppelter Abiturjahrgänge und allgemeiner Studierneigung mit einem weiteren Ansturm gerechnet wird, hat das Land am Mittwoch 29,5 Mio. Euro aus dem „Hochschulpakt 2020“ für die Kasseler Hochschule bewilligt.

Mit dem Geld sollen Gebäudeerweiterungen, 80 Stellen und ein Neubau mit Lern- und Gruppenarbeitsräumen finanziert werden.

Das Geld aus Wiesbaden soll in zwei Teilen fließen: 13 Mio. Euro im Jahr 2013 und 16,5 Mio. Euro 2014. Im Gegenzug verpflichtet sich die Uni, mehr Studenten aufzunehmen. Deutlich über 23 000 sollen es bis zum Jahr 2015 sein.

„Wir werden bis 2015 jährlich 300 bis 400 Studienplätze mehr bereitstellen als bisher“, sagt Uni-Sprecher Guido Rijkhoek. 2012 waren es 3600 Studienanfänger gewesen. In der Vereinbarung mit dem Land ist zwar die Rede davon, dass die Uni 3830 Studienanfänger aufnehmen muss, die Zielvorgabe ist aber ein Durchschnittswert, der sich auf die Jahre 2011 bis 2015 bezieht.

Ziel: Über 3830 Erstsemester

Weil sich die Vereinbarung also auch auf Jahre in der Vergangenheit bezieht, in denen die Uni die 3830 Einschreibungen nicht erreichte, muss sie den Rückstand bis 2015 ausgleichen und deshalb jährlich bis zu 400 zusätzliche Erstsemester aufnehmen.

Um den Studentenzuwachs bewältigen zu können, richtet die Uni 26 befristete Professuren ein. Hinzu kommen Jobs für wissenschaftliche und pädagogische Mitarbeiter sowie Stellen in der Verwaltung.

Von den 30 Mio. Euro hat die Uni zwölf Mio. Euro für Bauprojekte vorgesehen. So soll das Gebäude Ingenieurwissenschaften III an der Mönchebergstraße aufgestockt werden. Zudem wird der Campus-Nord, der derzeit mit 220 Mio. Euro aus dem Landesprogramm Heureka entsteht, um ein Selbstlernzentrum erweitert werden. Darüber hinaus wird das K10, das ehemalige Henschel-Verwaltungsgebäude am Holländischen Platz, von innen saniert.

Trotz der 30 Mio. Euro aus dem Hochschulpakt, mit dem der Studentenansturm bewältigt werden soll, wird sich das Gesamtbudget der Uni 2013 im Vergleich zu 2012 nicht erhöhen. Uni-Sprecher Rijkhoek rechnet wieder mit knapp 162 Mio. Euro vom Land für die Kasseler Hochschule. Denn auch 2012 habe die Uni 13 Mio. Euro aus dem Hochschulpakt erhalten.

Uni-Präsident Rolf-Dieter Postlep hatte kritisiert, dass die Uni trotz der steigenden Landeszuwendungen immer noch weniger Geld pro Student zur Verfügung habe als in früheren Jahren.

Von Bastian Ludwig

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.