Ab 2015 können die Studenten alles rund um ihr Studium über ein Portal erledigen

Campus wird mobiler

Lernen beim Kaffee: An der Universität Kassel gibt es bald fast 600 Tablet-Computer, die den Studenten für ausgewählte Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden. Fotos: Universität Kassel

Kassel. Die Zeiten, in denen Studenten sich mit Karteikarten bemühten, den Überblick über ihr Wissen zu behalten, sind lange vorbei. Mit den digitalen Möglichkeiten ist auch das Studium an der Universität Kassel unkomplizierter und mobiler geworden.

Derzeit arbeitet die Universität an einem Campus-Managementsystem. Mit diesem sollen die Studenten ab dem Jahr 2015 alle Inhalte ihre Studiums über ein Portal zentral steuern.

Bislang ist es im Daten-Dschungel der Hochschule noch etwas unübersichtlich. „Die Studenten müssen sich an relativ vielen Stellen ihre Infos zusammensuchen“, sagt Dr. Christiane Borchard, die das Servicecenter Lehre leitet.

Videokamera im Hörsaal

Wer etwa auf der Suche nach Literatur ist, nutzt die Datenbanken auf dem Portal der Universitätsbibliothek. Dann gibt es das Lernmanagementsystem Moodle. Auf diesem stellen die Dozenten ihre Lerninhalte bereit. Dort sind nicht nur Dokumente, sondern auch Videomitschnitte und Live-Übertragungen von Vorlesungen zu finden. „Das ist etwa für Mütter interessant, die nicht bei jeder Vorlesung anwesend sein können. Aber auch kann so der Raumnot begegnet werden“, sagt Borchard. Plattformen zum Austausch der Kursteilnehmer bietet die Uni sowohl über Moodle wie auch Mahara an.

Das Hochschulinformationssystem ist ein weiteres Portal, auf dem die Studierenden alle formalen Dinge rund um ihr Studium abwickeln. Dort können sie sich etwa zu Kursen und Prüfungen anmelden.

Ziel des Campus-Managementsystems ist es nun, all diese digitalen Angebote zusammenzuführen. So können die Studenten mit einem Klick auf alles, was ihr Studium betrifft, zugreifen. Für die Entwicklung der Software stellt das Land 800 000 Euro bereit.

Mobiler wird das Lernen auch durch die 245 Tablet-Computer, die von der Hochschule angeschafft wurden. Als Dauerausleihe für ein Semester können diese bislang nur für einzelne Veranstaltungen genutzt werden. Zum kommenden Sommersemester soll das Kontingent an Geräten um weitere 350 aufgestockt werden. Damit die Studenten auch von jeder Ecke des Campus einen schnellen Zugang ins Internet bekommen, steht zudem der Ausbau des W-Lan-Netzes an.

Digitale Prüfungen

Schon seit zwei Semestern gibt es das mobile E-Klausur-Center. Auf den 80 Laptop-Arbeitsplätzen legten vergangenes Semester 1200 Studenten ihre Prüfungen ab. Dabei erscheinen die Aufgaben in digitaler Form und die Lösungen werden direkt im Laptop eingegeben. So lassen sich etwa auch Videos und Tondokumente in Klausuren einbinden. Eine spezielle Hard- und Software sorgt dafür, dass das System nicht manipuliert werden kann. „Entscheidender Vorteil ist, dass die Ergebnisse sofort ausgewertet werden können“, sagt Borchard.

Die Leiterin des Servicecenters Lehre stellt aber klar, dass hinter den Bemühungen um den Einsatz mobiler Technologien nicht das Ziel stehe, aus der Universität eine Fern-Uni zu machen. Artikel unten

Von Bastian Ludwig

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