Caricatura nutzt Gerüst am Bahnhof zur Flächen-Erweiterung

Kassel. Die Caricatura wird während der documenta 13 die Fläche unter dem Baugerüst am Kulturbahnhof für ihre Ausstellung Caricatura VI nutzen. Damit kann die Sammelausstellung für komische Kunst, die seit 1987 parallel zur documenta gezeigt wird, um 200 Quadratmeter vergrößert werden.

Am Mittwoch war das alte Gerüst abgebaut worden. Am Donnerstag wurde ein neues aufgebaut - mit einer Konstruktion, die innen eine freie Ausstellungsfläche ermöglicht. Am Freitag schließlich wurde die Konstruktion mit Plexiglas- und Metallblenden verkleidet, um einen geschlossenen, aber hellen Innenraum zu schaffen. Oben wird das fünf Meter hohe Gerüst mit einem stabilen Pultdach abgeschlossen. Die Kosten für diese Lösung übernimmt die Stadt – es ist von einem fünfstelligen Betrag die Rede.

Kosten trägt die Stadt

Martin Sonntag und Armin Noll von der Caricatura haben den Plan vorangetrieben - und freuen sich über die Förderung und die Einigung mit der Bahn. „In der Tat gestaltet sich die Kommunikation mit der Bahn sehr schwierig“, sagt Sonntag, der sich schon seit Jahren um eine Optimierung der Eingangssituation der Caricatura bemüht. Bekanntlich steht das Baugerüst schon seit 2006 vor dem Bahnhofsgebäude, um Passanten vor herabfallenden Fassadenteilen zu schützen. Bis heute ist es der Bahn als Eigentümerin nicht gelungen, die Fassade zu sanieren – aktuell dient das Gerüst lediglich zur Sicherung der Baustelle. „Das Gerüst verschluckt aber den gesamten Eingangsbereich der Caricatura. Auswärtige Gäste finden oft die Tür nicht. Insofern ist es wünschenswert, wenn die Bahn die Bahnhofssanierung endlich einmal abschließt“, sagt Sonntag.

Bessere Sichtbarkeit

Doch bis es so weit ist, wird es weiter Zwischenlösungen geben. So wird zur documenta 13 vom 9. Juni bis 16. September ein zweiter Eingang direkt durch das Baugerüst geschaffen. „Bei Bedarf und gutem Wetter kann dieser Zugang noch vergrößert werden“, sagt Sonntag. Der Vorteil: Besucher müssen nicht erst durch das Caricatura-Café, um zur eigentlichen Ausstellung zu kommen. Ein großes Werbebanner am Gerüst soll die Ausstellung vor allem für auswärtige Besucher sofort sichtbar machen. „Immerhin erwarten wir diesen Sommer 20 000 Gäste “, sagt Sonntag.

20 000 Gäste im Sommer

Platz für komische Kunst unter dem Gerüst: Wie ein langer Gang wirkt die Erweiterung der Ausstellungsfläche.

In einem zweiten Schritt ist geplant, die alte Taxizentrale in der Gebäudefront zum eigentlichen Haupteingang zu machen. Der Grund ist der gleiche: Fremde sollen die Ausstellung besser finden. Dort soll dann auch der Caricatura-Shop angesiedelt werden.

„Der neue Eingang hat natürlich nur Sinn, wenn die Bahnhofssanierung abgeschlossen und das Gerüst verschwunden ist“, sagt Sonntag. Die Bahn habe aber signalisiert, gleich nach der documenta 13 damit zu beginnen. Dennoch ist Sonntag Kummer gewohnt. „Es kann auch sein, dass wir noch 2017 eingerüstet sind.“

Von Boris Naumann

Rubriklistenbild: © Foto: Koch

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