Vorreiter Vorderer Westen

Carsharing wird immer beliebter, doch es fehlen die Stellplätze

Geteiltes Auto: Thomas Franz ist einer von fast 2000 Stattauto-Mitgliedern in Kassel. Er nutzt Carsharing-Fahrzeuge seit Jahren. Hier ist es ein Kleinwagen, der im Bereich Goethestraße geparkt wird. Foto:  Schachtschneid

Kassel. Carsharing kann in Städten das wachsende Problem des Parkplatzmangels abmildern. Diese Meinung vertritt der Stadtplaner Andreas Schmitz vom Verein Kassel-West: „Ein Carsharing-Fahrzeug spart zehn Parkplätze ein.“ Allerdings gibt es nicht genug Stellplätze, außerdem fehlen teilweise gesetzliche Grundlagen.

Am Beispiel Vorderer Westen rechnet Schmitz vor, dass mehr Carsharing-Autos den Stadtteil um 400 Parkplätze entlasten könnten. Er plädiert für ein Modellprojekt Vorderer Westen mit festen Plätzen für Carsharing-Autos.

Im bundesweiten Carsharing-Vergleich steht der Vordere Westen schon heute gut da. Im Stadtteil mit der höchsten Bevölkerungsdichte in Kassel gibt es 1,7 Carsharing-Fahrzeuge auf tausend Einwohner. Zum Vergleich: Der deutsche Spitzenreiter Karlsruhe verzeichnet 1,9 Fahrzeuge pro tausend Einwohner.

Wie in ganz Deutschland nimmt in Kassel Carsharing an Beliebtheit stetig zu. Mit 97 im Stadtgebiet laufenden Autos bei zwei Anbietern gehört Kassel mit 0,5 Car-Sharing-Fahrzeugen pro tausend Einwohner im bundesweiten Ranking zum Mittelfeld vor Städten wie Bremen und Mainz.

Um die von Schmitz geforderten Stellplätze für Carsharing-Fahrzeuge im öffentlichen Raum einrichten zu können, müssten die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden, erklärt Gabi Lambrecht vom Bundesverband Carsharing. Entsprechend der Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung rechnet sie damit, dass Kommunen bald mehr Rechtssicherheit beim Einrichten von Carsharing-Parkplätzen haben werden.

Kassel war 1991 nach Berlin und Bremen die dritte deutsche Stadt mit einem Carsharing-Angebot. Walter Köhler, Inhaber des Unternehmens „Stattauto“ war mit zwei Wagen gestartet. Heute zählt er 1750 Nutzer und 65 Autos. Seit 2005 gibt es mit „einfach mobil“ einen zweiten Anbieter mit 32 Autos in Kassel.

Von Christina Hein

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