Ab 20 Uhr steigen die typischen Sternbilder im Osten auf

Es wird Herbst am Himmel: Cassiopeia bildet großes „W“

Blickt man Anfang Oktober gegen 20 Uhr nach Osten, sieht man die aufsteigenden Herbststernbilder. Prägend ist das Sternbild Cassiopeia, dessen fünf helle Sterne den Buchstaben W bilden. Links unterhalb steht der Perseus, der einem auf dem Kopf stehenden Y gleicht.

Auffallend ist auch das große „Herbstviereck“, das den Körper des geflügelten Pferdes Pegasus bildet. Zwischen Pegasus und Perseus zieht sich die Sternenkette der Andromeda, über deren mittlerem Stern man in dunklen und klaren Nächten das Zentrum der Andromedagalaxie mit bloßem Auge erkennen kann. Weiter können wir ohne Hilfsmittel nicht sehen, diese Galaxie ist 2,6 Millionen Lichtjahre entfernt. Ansammlungen von Galaxien, sogenannte Galaxienhaufen, sind die Bausteine des Kosmos. Sie bilden ein gigantisches Netzwerk, das den Raum durchzieht.

Albert Einstein untersuchte vor 100 Jahren die Bedeutung von Raum und Zeit. Dabei erkannte er, dass der Raum innere Strukturen besitzen muss, durch die Schwerkraft entsteht und durch die er verformt werden kann.

Nach Einstein kann Raum auch zum Zittern und Schwingen gebracht werden, sogenannte Schwerkraft- oder Gravitationswellen übertragen Raumverzerrungen in den Kosmos hinein.

Aber um Raum zum Zittern zu bringen, bedarf es der gewaltigen Energie eines Zusammenstoßes Schwarzer Löcher oder gar der Entstehung des Universums beim Urknall.

Einsteins Vorhersage wurde trotzdem von den beiden Physikern Hulse und Taylor bestätigt. Sie zeigten 1974, dass die Energieverluste zweier sich umkreisender Neutronensterne (auf zehn Kilometer Größe verdichtete Sonnen) durch das Verzerren des Raumes und die Abstrahlung von Gravitationswellen erklärt werden können. Auch beim Experiment GEO600 versucht man, Gravitationswellen nachzuweisen. Die Forscher des Albert-Einstein-Institutes in Hannover suchten aber bisher vergeblich nach Gravitationswellen. Aber kaum ein Forscher zweifelt inzwischen daran, dass es Gravitationswellen gibt.

Am Donnerstag, 10. Oktober, hält Klaus-Peter Haupt ab 18 Uhr einen Vortrag im Schülerforschungszentrum Nordhessen (SFN), Parkstraße 16. Titel: „Raum - Zeit - Materie: Wie funktioniert die Allgemeine Relativitätstheorie von Einstein?“ HNA-Leser können dann im Einsteinlabor des SFN selbst relativistische Welten erkunden.

Von Klaus-Peter Haupt

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