43-Jähriger legte Feuer an Bahnstrecke

Brandanschlag auf Bahnstrecke: Castor-Gegner legt Geständnis ab

Kassel. Ein 43-jähriger Mann aus Kassel, der offenbar psychisch krank ist, hat gestanden, dass er vor zwei Monaten mit einem Brandanschlag den Castor-Transport verhindern wollte. Betroffen war die Strecke zwischen den Haltepunkten Kassel-Jungernkopf und Vellmar-Osterberg.

Nach Angaben der Polizei hatte der mutmaßliche Täter am Donnerstag, 24. November 2011, gegen 14.30 Uhr einen Kabelschacht zwischen den Haltepunkten Kassel-Jungfernkopf und Vellmar-Osterberg in Brand gesteckt.

In seiner Vernehmung habe er Einzelheiten geschildert, die nur der Täter habe wissen können. Der Brandanschlag, der für viel Aufsehen gesorgt hatte, könne mit den glaubhaften Angaben des Tatverdächtigen jetzt als geklärt eingestuft werden, sagt Jungnitsch.

Durch die massive Beschädigung der Signalleitungen war damals der Bahnverkehr für mehrere Tage gestört gewesen. Der Anschlag geschah einen Tag vor dem geplanten Castor-Transport nach Gorleben. Ein Zusammenhang mit dem Bahntransport wurde von Anfang an vermutet.

Lesen Sie auch:

- Brandanschlag: Verzögerungen auf der Bahnstrecke Kassel-Korbach

Der Beschuldigte habe sich am vergangenen Sonntag zunächst telefonisch beim Polizeirevier Nord in Vellmar gemeldet und die Tat gestanden. Am Dienstag dieser Woche habe der 43-Jährige, der sich wegen einer psychischen Erkrankung stationär in einer Fachklinik aufhält, das Geständnis den Kriminalbeamten des ermittelnden Zentralkommissariats ZK 10 zu Protokoll gegeben. Er äußerte in sehr deutlicher Form, Gegener der Castor-Transporte zu sein. Mit dem Anschlag habe er den Atommüll-Transport verhindern wollen. Die mögliche Strecke des Castor-Zuges über Kassel-Jungfernkopf und Vellmar habe er der Presse beziehungsweise dem Internet entnommen und sich kurzfristig, ohne Mithilfe anderer Personen, zu seiner Tat entschlossen.

Dafür habe er Grillanzünder und Spiritus eingekauft und sich mit einer Axt von seiner nahe gelegenen Wohnung zu Fuß an die Bahnstrecke am Eisenbahnweg zwischen den Haltepunkten Jungfernkopf und Osterberg begeben. Dort habe er den Kabelschacht mit der Axt zerschlagen und danach die Grillanzünder hineingelegt, mit Spiritus übergossen und angezündet. Von zu Hause habe er den Einsatz der Feuerwehr beobachtet, sagte der 43-Jährige. Es entstand ein Schaden in Höhe von 20 000 Euro.

Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei laufen wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, der Störung öffentlicher Betriebe sowie wegen Nötigung und Sachbeschädigung durch Feuer. (use)

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.