FAC-Geschäftsführer Christian Schäling: Auestadion ist versorgungslogistisch eine Katastrophe

Caterer: Wenig Platz für Stände

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Kurze Wartezeiten: Am Samstag mussten die 2000 Besucher des Auestadions nicht lange für Getränke anstehen. Maureen Cohn und ihre Tochter Jolina-Melissa (Bild rechts) bekamen auf der Osttribüne ganz schnell ihre Erfrischung.

Kassel. 12 850 Zuschauer weniger als beim Pokalspiel des KSV Hessen Kassel gegen Fortuna Düsseldorf waren am Samstag im Auestadion. Dafür hatten aber drei mobile Getränkestände mehr auf der Nordkurve und der Osttribüne geöffnet als beim Pokalschlager.

Aus Sicherheitsgründen waren vor einer Woche die mobilen Stände dort verboten gewesen. Am Samstag musste keiner der Zuschauer in der Nordkurve lange anstehen, um sich mit Getränken oder einer Bratwurst zu versorgen. „Je weniger Menschen im Stadion sind, desto mehr Stände dürfen wir aufmachen“, beschreibt Christian Schäling, Geschäftsführer des Caterers FAC die verfahrene Situation im Auestadion.

Bei seinem Debüt als Caterer beim Pokalspiel musste Schäling wegen der langen Wartezeiten an den Buden Kritik einstecken. Auf der Haupttribüne habe man Fehler gemacht, weil man dort zu wenig Personal eingesetzt habe, räumt Schäling ein. Allerdings sei das Auestadion „versorgungslogistisch eine Katastrophe“, sagt der Caterer. Damit meint Schäling insbesondere die Situation in der Nordkurve und auf der Osttribüne.

In der Nordkurve gibt es nur zwei feste Imbissbuden, jeweils acht Quadratmeter groß. „Wenn hier sechs Leute arbeiten, ist es schon sehr eng.“ Wenn beim nächsten Heimspiel wieder - auf Wunsch der Fans - die Getränke in den stabileren Henkelbechern ausgeschenkt würden, dann wisse er noch gar nicht, wo er diese spülen solle. Platz für ein Spülbecken sei in der kleinen Bude nicht mehr. Apropos spülen - Schäling kritisiert, dass es im Getränkestand keine fest installierte Wasserleitung gibt. Bei jedem Einsatz müssen Schläuche an den Hydranten angeschlossen werden.

Aus Kostengründen

Wasserleitungen hätten extra neu verlegt werden müssen, sagt Gerhard Griesing, stellvertretender Leiter des Kasseler Sportamts. Aus Kostengründen habe man sich beim Umbau des Auestadions für die Variante mit dem Hydranten entschieden. „Das sind nur drei Meter Entfernung.“

Griesing unterstreicht, dass es sich beim Auestadion nicht um einen Neubau, sondern um einen Umbau mit vorgegebenen, begrenzten Flächen gehandelt habe. Zur Osttribüne sagt er: Es habe die Idee gegeben, Catering-Balkone nach außen zu bauen. Nicht nur aus finanziellen Gründen habe man aber damals von diesen Plänen Abstand genommen. Der Deutsche Fußball-Bund hätte im Vorfeld erklärt, Einspruch gegen diese Balkone einzulegen. Aus Sicherheitsgründen wegen der Fluchtwege, sagt Griesing. Der neue Caterer müsse erst seine Erfahrungen mit dem Stadion sammeln, sagt der stellvertretende Amtsleiter. „Für den Alltag ist hier alles mehr als ausreichend.“ Bei dem Pokalspiel vor einer Woche hätten laut Griesing übrigens noch knapp 4000 Menschen ins Stadion gepasst. Offiziell dürfen 18 737 Besucher zu einem Fußballspiel kommen. Wo hätten die knapp 3900 Zuschauer noch Platz finden sollen?

2000 Plätze seien in der Südkurve frei gewesen, sagt Griesing, zudem seien 100 Sitzplätze nicht belegt gewesen. Der Rest hätte noch in die Nordkurve gepasst.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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