50 000 Liter Sprit pro Jahr

CDU: Geplanter Altmarkt-Umbau schadet der Umwelt

Kassel. Mit dem Umbau der Altmarktkreuzung in der geplanten Form wird sich die Stadt Jahr für Jahr einen volkswirtschaftlichen Schaden von 1,6 Millionen Euro einhandeln. Das sagt die Kasseler CDU. Sie hat nachgerechnet, welche Kosten die von Experten vorhergesagten längeren Staus und Wartezeiten verursachen.

Demnach würden fast 50 000 Liter Kraftstoff pro Jahr zusätzlich in die Luft geblasen – wobei Autos am neuen Altmarkt langsamer vorankommen werden als zuvor. Der Grund: Fußgänger und Radfahrer sollen die Kreuzung künftig oberirdisch überqueren und eigene Ampeln bekommen.

Für Autoinsassen werde sich nach dem Umbau die zusätzliche Wartezeit am Altmarkt auf 130 000 Stunden im Jahr summieren, die vielfach als Arbeitszeit verloren gehen, sagt die CDU. Rund um die Kreuzung würden jedes Jahr über 100 Tonnen klimaschädliches CO2 mehr freigesetzt als heute.

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Dies könne der neue Landesverkehrsminister Tarek Al-Wazir als Grüner nicht gutheißen, meint eine Runde von CDU-Mandatsträgern aus diversen Stadtteilen. Sie appellieren an das Ministerium, den Landeszuschuss für den 4,2 Mio. Euro teuren Kreuzungsumbau nicht zu bewilligen.

Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) sagte, er habe keinen Zweifel, dass das Land zu seiner Förderzusage steht. Der Umbau des Verkehrsknotenpunkts, der täglich von 100 000 Fahrzeugen passiert wird, soll im Herbst richtig losgehen.

Politisch ist die Sache längst beschlossen: Die rot-grüne Mehrheit im Rathaus will, dass die Unterführungen am Altmarkt verschwinden, und argumentiert dabei mit Sicherheitsaspekten sowie den Interessen von Behinderten und Radlern.

Die CDU spricht von einem hausgemachten Verkehrschaos. Mit den Auswirkungen auf Umwelt und städtisches Klima habe sich bisher politisch niemand beschäftigt. Falls SPD und Grüne diese Folgen in Kauf nähmen, sollten sie darüber Rechenschaft ablegen, fordert die Union.   

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