Referentenjob für Kasseler Parteifreund

Job für CDU-Jungspund: Eva Kühne-Hörmann in der Kritik

Eva Kühne-Hörmann

Kassel. Eine Personalentscheidung der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, sorgt in Wiesbaden für Unverständnis: Im Mai machte die Kasseler CDU-Chefin einen für diese Aufgabe unqualifizierten Parteifreund aus Kassel zu ihrem Parlaments- und Kabinettsreferenten.

Als dieser nach zwei Wochen wegen Überforderung hinwarf, hatte der Personalrat des Ministeriums bereits Bedenken gegen die Entscheidung der Ministerin angemeldet. Das wurde jetzt bekannt. Auf HNA-Anfrage behauptete die Ministerin Dienstag, es habe sich um ein Praktikum gehandelt.

Diese Darstellung rückte der Kühne-Hörmann unterstellte Staatssekretär Ingmar Jung später zurecht: „Das war wohl ein Formulierungsfehler der Ministerin. Der junge Mann war als Parlaments- und Kabinettsreferent eingestellt worden und hatte auch dessen Aufgaben.“ Allerdings habe man sich darauf verständigt, das Arbeitsverhältnis für ein paar Monate auszuprobieren. Daher habe die Ministerin wohl von einem „Praktikum“ gesprochen.

Der 25-Jährige war nach seinem Politikstudium in Kassel arbeitssuchend. Weil er seit 2009 als Hilfskraft im Wahlkreisbüro der Ministerin gearbeitet hatte und als einer der wenigen im CDU-Nachwuchs gilt, die treu zu Kühne-Hörmann stehen, unterbreitete ihm die Ministerin das Jobangebot in Wiesbaden. Dabei war klar, dass er den Anforderungen nicht gewachsen sein würde, da er keine Erfahrung in Verwaltung und Fraktion hatte. Zuvor hatte eine frühere Richterin die Position ausgefüllt. Nach HNA-Informationen wurde die Personalie innerhalb des Ministeriums kritisch beäugt. Einige munkelten, die Ministerin wolle jemanden unterbringen, bei dem sie etwas gutzumachen habe. Als der Personalrat sich kritisch äußerte, habe sich die Sache aber schnell erledigt.

Hintergrund: Mitglied stand treu zur CDU-Chefin

Beim CDU-Nachwuchs in Kassel hat Eva Kühne-Hörmann einen schweren Stand. Mehrfach wurde die Kreisvorsitzende der CDU Kassel von der Jungen Union (JU) kritisiert, da sie keine echte Einmischung und Mitwirkung der jungen Mitglieder in der Partei dulde. Als der Streit eskalierte und die JU verkündete, sie werde sich nicht länger für die Parteiarbeit in der Kasseler CDU engagieren, wandte sich auch die Ministerin von der JU ab. Der 25-Jährige, den sie im Mai nach Wiesbaden holte, galt als einer ihrer vertrauensvollen Kontakte zum Nachwuchs. Er arbeitete zeitweise ebenfalls in der JU als Funktionsträger, diesen Posten gab er aber Anfang dieses Jahres auf. (bal)

Von Bastian Ludwig und Petra Wettlaufer-Pohl

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