Streit um Einspurigkeit an Schönfelder Straße/Ludwig-Mond-Straße

CDU: Geplante Verkehrsführung ist Offenbarungseid

Jan Hörmann

Wehlheiden. Als einen „verkehrstechnischen Offenbarungseid“ bezeichnet Dominique Kalb, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, die Pläne von Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne), den Verkehr an der Kreuzung Ludwig-Mond-Straße/ Schönfelder-Straße künftig nur noch auf einer Spur zu führen.

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Der Verkehrsfluss werde durch die Einstreifigkeit behindert und gleichzeitig das Sicherheitsproblem für Fußgänger nicht wesentlich verbessert. Für die Sicherheit der Fußgänger wäre an dieser gefährlichen Kreuzung anstelle der Reduzierung von Fahrstreifen eine Ampellösung notwendig, für die es bereits Pläne gibt und deren Finanzierung Stadtbaurat Nolda nun offenbar nicht sicherstellen könne.

Stattdessen würden nun zusätzliche Staus und Abgasemissionen dadurch verursacht, dass Linksabbieger aus der Ludwig-Mond-Straße an der Kreuzung den geradeaus fahrenden Verkehr behinderten. Dies werde zu zusätzlichem „Schleichverkehr“ in den umliegenden Wohngebieten führen, sagt Kalb.

Die CDU-Fraktion fordert Stadtbaurat Nolda auf, keine Fahrstreifen zu reduzieren, sondern an der Kreuzung zumindest eine preiswerte Bedarfsampel als sichere Querungsmöglichkeit für Fußgänger zu bauen. Unterstützt wird die CDU-Fraktion auch vom verkehrspolitischen Sprecher der CDU im Ortsbeirat Wehlheiden, Jan Hörmann. Er hatte bereits im Jahr 2009 die Errichtung einer Bedarfsampel gefordert und auf die erheblichen Probleme beim Wegfall der Linksabbiegerspur hingewiesen. Hörmann befürchtet, dass sich die Stadt mit der nun präsentierten Scheinlösung aus der Verantwortung ziehen will.

Bei der Kreuzung Ludwig-Mond-Straße/Sternbergstraße/Schönfelder-Str./Heinrich-Heine-Straße handelt es sich um einen gefährlichen Unfallschwerpunkt an einer Hauptverkehrsader der Stadt. Die Kreuzung ist unsignalisiert. Für Fußgänger ist lediglich ein Zebrastreifen angeordnet, der wegen der Überquerung von jeweils zwei Fahrstreifen heute so nicht mehr genehmigungsfähig wäre, sagt Kalb.

Dominique Kalb

Laut einer Antwort des Magistrats aus dem Jahr 2009 sind hier in Spitzenzeiten etwa 2400 Fahrzeuge pro Stunde unterwegs, pro Tag würden etwa 28 000 gezählt. Neben zahlreichen Unfällen mit Sachschäden kommt es immer wieder auch zu Verletzungen von Personen.

Der schwerste Unfall ereignete sich im April 2007, als ein 86-jähriger Fußgänger beim Überqueren der Ludwig-Mond-Straße von einem Auto angefahren wurde. Der Mann starb an den Folgen seiner Verletzungen. (use)

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