30 Euro Strafe

5 Cent zu wenig Semesterbeitrag bezahlt: Uni drohte mit Exmatrikulation

Sebastian Mense

Kassel. Wer zu spät zahlt, den bestraft die Uni: Studenten, die den Beitrag für das neue Semester nicht rechtzeitig überweisen, müssen eine sogenannte Säumnisgebühr in Höhe von 30 Euro bezahlen. Sonst droht die Exmatrikulation. So ging es jetzt auch einem Studenten, der für seine Rückmeldung versehentlich fünf Cent zu wenig überwiesen hatte.

„Dass bei einem solchen Kleckerbetrag sofort rigoros die hohe Gebühr von 30 Euro erhoben wird, finde ich absolut unverhältnismäßig“, sagt der Architektur-Student aus dem Werra-Meißner-Kreis. Er wisse von mehreren Betroffenen, denen es ebenso erging wie ihm.

Hintergrund des Fehlers: Zum Wintersemester hat die Uni den Semesterbeitrag um lediglich fünf Cent gegenüber dem vorigen Semester erhöht. Das geht auf eine Anhebung des Beitrags für das Semesterticket zurück, den die Studentenvertretung Asta mit den Verkehrsgesellschaften aushandelt. Der Semesterbeitrag liegt daher jetzt bei insgesamt 267,37 Euro. Für eine Rückmeldung musste diese Summe bis 20. August überwiesen werden.

Der Architektur-Student hatte wenige Tage vor Ablauf der Frist bei der Online-Überweisung aus Versehen die Vorlage vom vorigen Semester benutzt. „Auf die Differenz bei den Nachkommastellen habe ich dabei nicht geachtet“, sagt er. Eine Woche nach Ablauf der Rückmeldefrist bekam er dann eine E-Mail vom Studierendensekretariat der Uni, in der er aufgefordert wurde, die fehlenden fünf Cent plus 30 Euro Säumnisgebühr zu überweisen.

Jedes Semester komme es zu mehreren tausend fehlerhaften oder ausbleibenden Rückmeldungen, aktuell rund 4500, teilt Uni-Sprecher Sebastian Mense auf Anfrage der HNA mit. 100 bis 200 Fälle davon gingen auf falsche Semesterbeiträge zurück. „Diese Zahl ist diesmal nicht höher als sonst“, sagt Mense. Die Universität informiere alle Studenten bereits zu Semesterbeginn über die nötige Rückmeldung zum Folgesemester. Zu Beginn und gegen Ende des Rückmeldezeitraums (diesmal: 10. Juli bis 20. August) würden nochmals Erinnerungsmails verschickt. Wer einen falschen Betrag überwiesen habe, erhalte drei Tage vor Ablauf der Frist ein drittes Schreiben mit einem entsprechenden Hinweis.

Wenn dann bis zum Stichtag nicht der korrekte Betrag eingeh, erhebe man - wie andere Hochschulen in Hessen auch - wegen des erhöhten Bearbeitungsaufwands eine Säumnisgebühr von 30 Euro. Diese Gebühr ist in der Verwaltungskostenverordnung des Hessischen Wissenschaftsministeriums so festgelegt. Der Architekturstudent hatte erst am 18. August überwiesen, sodass der Fehler erst nach Ablauf der Frist auffiel. Mense: „Wir appellieren an alle Studierenden, sich frühzeitig um die Rückmeldung zu kümmern, damit wir Probleme rechtzeitig - und ohne Säumniszuschlag - klären können.“

Von Katja Rudolph

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