Von Umbau Brüder-Grimm-Platz soll Verkehrsader profitieren

Chance für Friedrichsstraße: Stark befahrene Verbindung soll umgebaut werden

Sehr viel Verkehr auf der schmalen Straße: Die Friedrichsstraße soll im Zuge des Umbaus des Brüder-Grimm-Platzes auch umgestaltet werden.
+
Sehr viel Verkehr auf der schmalen Straße: Die Friedrichsstraße soll im Zuge des Umbaus des Brüder-Grimm-Platzes auch umgestaltet werden.

Die Friedrichsstraße ist seit Jahrzehnten eines der Sorgenkinder in der Kasseler Innenstadt. Jetzt gibt es eine Perspektive für die Verkehrsader.

Kassel - Weil es für die Autofahrer auf der Wilhelmshöher Allee an der Rathauskreuzung keinen Rechtsabbieger gibt, fahren Tausende Autos täglich über die Friedrichsstraße und die Obere Karlsstraße in Richtung Kreuzung Trompete und Weinberg. Doch im Zuge der geplanten Umgestaltung des Brüder-Grimm-Platzes soll auch ein Teil der Friedrichsstraße umgebaut werden.

Der Brüder-Grimm-Platz soll für knapp zehn Millionen Euro ab Ende 2022 wieder zu einem Ort mit Aufenthaltsqualität werden. Da ist es für manchen Anwohner unverständlich, wieso sich seit Jahren an der Situation in der Friedrichsstraße nichts verändert. Zumal diese mit der ebenfalls geplanten Sanierung des Hugenottenhauses – das zu einem Ort für Kultur werden soll – bald auch wieder touristische Gäste anziehen dürfte. Darüber hinaus werden erste Pläne für das derzeit geschlossene Hotel Hessenland erarbeitet.

So ist die Verkehrsführung aktuell: An der Rathauskreuzung gibt es aus Richtung Wilhelmshöher Allee keinen Rechtsabbieger.

Bei der Stadt ist das Problem bekannt. Deshalb werde „die Friedrichsstraße zwischen Wilhelmshöher Allee und Oberer Karlsstraße im Zusammenhang mit den Planungen für den Umbau des Brüder-Grimm-Platzes mit betrachtet“, so ein Stadtsprecher. Der unmittelbar am Brüder-Grimm-Platz liegende Abschnitt der Friedrichsstraße sei Teil des Gestaltungswettbewerbs und werde bis zur Einmündung Obere Karlsstraße auch umgebaut. Was das konkret für die Verkehrsführung bedeutet, sei noch nicht entschieden.

Julia Herz (Grüne), Ortsvorsteherin des Stadtteils Mitte, sind die Probleme ebenfalls bekannt. Der Ortsbeirat sei dazu im Gespräch mit der Stadt. Allerdings wolle das Gremium zunächst die Vorschläge abwarten, die für die Friedrichsstraße in den nächsten Monaten präsentiert werden. „Derzeit werden im Rathaus verschiedene Vorschläge geprüft. Erst anschließend werden wir uns äußern“, so Herz.

Blick zurück: 1961 berichtete die HNA über die geplante Änderung der Verkehrsführung. Zwei Jahre später wurde der Rechtsabbieger an der Rathauskreuzung ersetzt durch die Führung über die Friedrichsstraße.

Noch bis Anfang der 60er-Jahre konnten Autofahrer, die von der Wilhelmshöher Allee kamen und in Richtung Kreuzung Trompete wollten, an der Rathauskreuzung rechts abbiegen. Doch weil seinerzeit immer mehr Autos auf Kassels Straßen unterwegs waren und die Kreuzung überlastet war, wurde für die Rechtsabbieger 1963 die Ausweichstrecke über Friedrichsstraße und Obere Karlsstraße ausgebaut. Der damalige Kasseler Polizeipräsident Heinz Hille war Treiber der verkehrsgerechten Umgestaltung.

„Heute ist die Rathauskreuzung für große Fahrzeuge vermutlich auch zu eng, um an der Stelle rechts abzubiegen“, glaubt Herz. In jedem Fall wäre wohl mit einem längeren Rückstau auf der Wilhelmshöher Allee zu rechnen, was wiederum die Einfahrt in die Friedrichsstraße behindern würde. (Bastian Ludwig)

Von Bastian Ludwig

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.