Beschäftigungspakt brachte bisher 10 000 Ältere in Arbeit

Detlef Sosinski (rechts) ist froh, dass er wieder Arbeit hat. Unser Foto zeigt ihn mit tbw-Chef Dirk Schöttelndreier (Mitte) und Projektleiter Matthias Dietrich in einer Beratungssituation. Foto: Schachtschneider

Kassel. Detlef Sosinski ist froh. Seit Mai hat der 55-Jährige, der zuvor längere Zeit arbeitslos war, wieder einen Job. In der Grünanlagenpflege beim    Gebäudereiniger    und -verwalter „Gegenbauer“.

Dass er diese Arbeit bekommen hat, hat der gelernte Kaufmann der vom Kasseler Jobcenter und von fünf Bildungseinrichtungen getragenen Initiative „Demographische Offensive Nordhessen“ (DON) zu verdanken.

Die hat sich 2006 zum Ziel gesetzt, ältere Langzeitarbeitslose gezielt in den Arbeitsmarkt zurückzuführen. Im Trainingszentrum des Trägerverbundes berufliche Weiterbildung (tbw) – einem der fünf beteiligten Einrichtungen – wurde Sosinski auf den Wiedereinstieg ins Berufsleben vorbereitet. Und nicht nur das: Der tbw stellte den Kontakt zum Unternehmen Gegenbauer her. Man kam zusammen und einigte sich darauf, es zu versuchen.

„Der Einstieg bei Gegenbauer ist eine echte Chance für mich“, sagt Sosinski. Die Arbeit sei ihm sehr wichtig. „Es macht Spaß, und die Kollegen sind sehr nett“, resümiert er nach knapp drei Monaten. Auch Torge Schmidt von Gegenbauer ist zufrieden: „Die Zusammenarbeit gestaltet sich sehr gut“, sagt er. Das sei keine Selbstverständlichkeit, denn der Job sei hart. Viele sprängen nach kurzer Zeit wieder ab.

Erfolgreiches Projekt

Das DON-Projekt ist überaus erfolgreich. In der Stadt Kassel und im Umland hat es seit 2006 rund 4000 älteren Arbeitslosen zu einem neuen Job verholfen, davon fast 1000 sozialversicherungspflichtig. twb-Geschäftsführer Dirk Schöttelndreier erklärt den Erfolg auch damit, dass der Arbeitssuchende sechs Monate lang gezielt nach Talent, Eignung und Vorkenntnissen, aber auch nach den Bedürfnissen der künftigen Arbeitgeber qualifiziert werde. „Das ist nicht immer einfach“, sagt er unter Hinweis auf gesundheitliche und körperliche Einschränkungen, Drogenproblematik und Verschuldung.

Das DON-Projekt in Kassel ist eingebettet in die Initiative „Perspektive 50+ – Beschäftigungspakt Nordhessen“, an dem sich die Jobcenter der Stadt sowie der Landkreise Kassel, Werra-Meißner, Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder beteiligen (siehe auch Hintergrund). Gesamtprojektleiter ist Carsten Höhre von der Wirtschaftsförderung Region Kassel. Bei ihm laufen nicht nur alle Fäden zusammen. Mithilfe des engmaschigen Netzwerks der Wirtschaftsförderung gelingt es häufig, Langzeitarbeitslose schnell und unbürokratisch in die Unternehmen – etwa im Industriepark Kassel – zu vermitteln.

Nordhessenweit sind seit 2006 rund 10 000 Betroffene ins Berufsleben zurückgekehrt, davon 7500 in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse.

Von José Pinto

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