Nachfrage ebbt ab

„Charlie Hebdo“ in Kassel: Aktuelle Ausgabe seit Freitag im Handel

Heiß begehrte Ausgabe: Der Inhaber der Buchhandlung Vietor, Lothar Röse, hat viele „Charlie Hebdo“-Exemplare bekommen. Eins davon gehört jetzt Marion Niemitz. Foto: Rohrbach

Kassel. Das Warten hat ein Ende: Die erste Ausgabe des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ nach dem Terroranschlag ist seit gestern Morgen in Kassel zu kaufen.

Vergangenen Samstag noch gingen fast alle Kunden enttäuscht über die geringe Stückzahl in den Geschäften mit leeren Händen nach Hause. Nur wenige Exemplare waren nach Deutschland geliefert worden.

Seit gestern gibt es nun eine größere Menge an französischen „Charlie Hebdo“-Ausgaben in einigen Kasseler Kiosken und Buchhandlungen zu kaufen.

50 000 neue Exemplare

Der Nationalvertrieb, der den deutschen Handel mit dem Satiremagazin beliefert, hat gestern eine Stückzahl von 50 000 „Charlie“-Exemplaren erhalten. Auch eine kleinere Menge an Nachlieferungen sei bereits angekommen, diese wolle man aber zurückhalten, um den Rücklauf aus dem Handel abzuwarten, teilte der Vertrieb auf HNA-Anfrage mit. Es kämen definitiv weitere Nachlieferungen dazu, wann und wie viele es seien, wisse man aber erst am Montag, sagte Jürgen Rodekirchen vom Nationalvertrieb.

Freude bei den Kunden

In der Buchhandlung Vietor am Ständeplatz wurden am Freitag 60 Exemplare des Satiremagazins angeliefert. Er habe nicht gewusst, wann sein Geschäft „Charlie“-Exemplare bekomme, sagt Inhaber Lothar Röse. Als diese eintrafen, habe er ein paar Kunden angerufen und sie darüber informiert. „Ansonsten gilt: Wer rechtzeitig kommt, der kriegt noch was“, sagt Röse.

Eine der Glücklichen war Kundin Marion Niemitz. Sie freue sich, die Ausgabe nun endlich selbst in den Händen zu halten, sagt Niemitz. Auch ihr Mann erwarte die Satirezeitung mit Spannung. Am Freitagnachmittag gab es noch einige Exemplare in der Buchhandlung Vietor zu kaufen.

Teils sofort ausverkauft

Der Presse- und Tabakladen Wolfsdorff im Dez bekam gestern nur zwei „Charlie“-Exemplare geliefert, die laut Filialleiterin Claudia Pfannkuche auch schnell verkauft wurden. Die Nachfrage sei im Vergleich zur letzten Woche deutlich zurückgegangen. „Mir ist allerdings aufgefallen, dass besonders Eltern immer wieder nach dem Magazin fragen, weil es ihre Kinder für die Besprechung in der Schule bräuchten“, erzählt Pfannkuche. Bisher habe sie aber noch nichts nachbestellt.

Die Nachfrage in der Buchhandlung Schmitt & Hahn im Wilhelmshöher Bahnhof hingegen war immer noch hoch. Die 20 gelieferten Exemplare seien in 15 Minuten ausverkauft gewesen, schildert eine Mitarbeiterin. Das Geschäft habe aber keine Voranmeldungen entgegengenommen. Die Mitarbeiterin vermutet, dass sich die Nachricht per Internet rumgesprochen habe.

Von Rebecca Rohrbach

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