Nachfrage groß

"Charlie Hebdo" wird eine Rarität am Kiosk: Nur wenige Exemplare in Kassel

Auch in Deutschland bald zu haben: Die Ausgabe des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo soll am Samstag auch an Kasseler Kiosken ausliegen - zumindest einzelne Exemplare. Das Heft wird wohl eine Rarität sein, deutschlandweit steht nur eine vierstellige Stückzahl zur Verfügung. Damit ist klar, dass die hohe Nachfrage nicht gedeckt werden kann. Foto: afp

Kassel. Am Samstag soll die erste Ausgabe des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ nach dem Terroranschlag auch in bei uns erscheinen.

Die Nachfrage in den Kasseler Kiosken ist bereits groß. Doch die Händler wissen nicht, wie viele Hefte sie bekommen. Wie es aussieht, wird die Chance, ein „Charlie“-Exemplar zu ergattern, verschwindend gering sein.

Auf HNA-Anfrage bei dem Nationalvertrieb, der den deutschen Handel mit dem französischen Magazin beliefert, heißt es, dass man nur eine „lächerliche Kleinstmenge“ bekommen werde: eine gerade mal vierstellige Stückzahl. Die wenigen Hefte müssen dann bundesweit verteilt werden. „Das kommt einer Lotterie gleich“, sagte eine Sprecherin.

Beim Pressegrossisten Mitte in Staufenberg, der Nordhessen, Südniedersachsen und Teile Thüringens abdeckt, herrschte gestern noch Rätselraten, wie viele Exemplare von „Charlie Hebdo“ vom Importeur in der Nacht zu Samstag geliefert werden. Fest steht jedoch, dass die Nachfrage das Angebot übersteigen wird.

„Sonst haben wir von dieser Zeitschrift zwei Exemplare bezogen und in der Regel nicht verkauft“, sagt Disponent Dennis Schneider. Diesmal gebe es bereits 1300 Bestellungen. Allein in Kassel hätten 20 Händler Interesse angemeldet.

Darunter auch die Buchhandlung Schmitt & Hahn im Wilhelmshöher Bahnhof. „Die Nachfrage ist riesig: Das Telefon steht nicht still und das E-Mail-Postfach quillt über“, schildert eine Mitarbeiterin. Weil man nicht wisse, wie viele Exemplare zur Verfügung stehen, nehme man aber keine Vorbestellungen an.

Auch am Rathaus-Kiosk haben schon viele Kunden nach „Charlie Hebdo“ gefragt. „Erst haben wir eine Liste angefangen, aber das haben wir schnell aufgegeben“, sagt Mitarbeiterin Angie Schulz. „Wir wissen ja nicht, wie viele Exemplare wir überhaupt vergeben können.“

Auch im Presse- und Tabakladen Wolfsdorff im Dez wollten sich schon etliche Kunden ein Exemplar sichern. Doch man nehme keine Vorbestellungen an, sagt Filialleiterin Claudia Pfannkuche: „Das gibt nur Chaos.“ Wer ein Heft ergattern wolle, müsse eben früh aufstehen.

Von Katja Rudolph

Weitere Artikel zu dem Thema gibt es hier.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.