Kasseler Wirtschaftsinformatiker erforschen, wann Technik in Vorlesungen sinnvoll ist

Chatten mit dem Professor

Jan Marco

Kassel. Die Lehre an der Universität Kassel wird zunehmend digitaler. Vorbei scheinen die Zeiten, als Professoren noch mit Schultafel und Tageslichtprojektor unterrichtet haben. Mittlerweile bestimmen Laptops und Beamer die Hörsäle. Seit dem vergangenen Wintersemester können sich Kasseler Studenten an ihrer Uni sogar Tablet-Computer wie das iPad ausleihen.

In welcher Lehrveranstaltung welche technischen Geräte am sinnvollsten zum Einsatz kommen können, damit beschäftigen sich jetzt Wissenschaftler des Forschungsprojekts ProduSE (Produktivitätssteigerung in der Bildung durch Service Engineering), das von Wirtschaftsinformatikern der Uni Kassel um Professor Jan Marco Leimeister koordiniert wird (www.projekt-produse.de).

„Aus unserer Sicht sind zwei Dinge wichtig: Einerseits möchten wir die Lerndienstleistung an der Uni mit dem Einsatz von Technik effizienter und produktiver gestalten“, sagt Philipp Bitzer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Wirtschaftsinformatik.

Andererseits sollen die zum Einsatz kommenden IT-Werkzeuge intelligent genutzt werden, sagt Bitzer, der das Projekt betreut. Eine Mathematikvorlesung benötige aufgrund von Grafiken und Rechnungen schließlich andere technische Unterstützung als ein literatur-intensives Seminar für Geschichte.

Mithilfe eines Baukastens sollen unterschiedliche technische Bausteine künftig je nach Zielgruppe und Lehrinhalt bedarfsgerecht eingesetzt werden können, sagt Leimeister.

Auch könnten Chats mit dem Professor während der Vorlesung oder speziell für eine Lehrveranstaltung programmierte Online-Spiele den Lernerfolg steigern.

Obwohl der Fokus des Forschungsprojekts auf den Weiterbildungsangeboten der Uni liegt, kann sich Bitzer vorstellen, dass künftig auch normale Studenten von „ProduSE“ profitieren werden.

Das gemeinsame Forschungsprojekt der Universitäten Kassel, Hamburg und Bochum sowie der Hamburger International School of Management wird bis zum Frühjahr 2014 mit 1,2 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Von Sebastian Schaffner

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