Hunderte Menschen waren im Möbelhaus

Chemieunfall bei Ikea in Kassel: „Es hat wie Schwefel gerochen“

Möbelhaus wurde geräumt: Um 15.26 Uhr war gestern der Notruf bei der Feuerwehr eingegangen, dass bei Ikea in Waldau ein Chemieunfall passiert war.

Kassel. Susan Zielske war mit ihrer Familie gerade in der Deko-Abteilung im Erdgeschoss von Ikea, als sie den üblen Geruch bemerkte. „Das hat so ähnlich wie Schwefel gerochen“, sagt die Frau aus Witzenhausen. Es ist der Nachmittag des Chemieunfalls, bei dem insgesamt sechs Personen verletzt wurden.

Um 16.20 Uhr lehnt Susan Zielske mit ihrem Sohn Raphael an einem Pfeiler auf dem Ikea-Vorplatz. Zu diesem Zeitpunkt ist das Gebäude längst von Feuerwehr und Polizei evakuiert worden, die meisten Kunden haben bereits nach Aufforderung durch die Geschäftsführung die Heimreise angetreten.

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Susan Zielske wartet noch auf eine Untersuchung. Sie fühlt sich benommen, klagt über einen „leichten Schwindel und eine träge Zunge“. Die junge Frau ist sich sicher, dass die Dämpfe aus der Lüftungsanlage für ihren Zustand verantwortlich sind.

Nach Angaben von Kai Hartmann, Sprecher von Ikea Deutschland, war ein Imprägnierungsmittel bei den Dacharbeiten verwendet worden, dessen Dämpfe über einen Lüftungsschaft in das Haus gelangten. Aufgrund der Ferien und des neuen Katalogstarts sei das Haus am Donnerstagnachmittag gut gefüllt gewesen.

Nach Einschätzung der Einsatzleitung der Polizei befanden sich während des Chemieunfalls 400 bis 500 Menschen im Gebäude. Die Evakuierung sei aber unproblematisch verlaufen, sagt Polizeihauptkommissar Axel Rausch. Die Polizei war mit insgesamt elf Funkstreifen vor Ort, die Feuerwehr hatte 45 Einsatzkräfte nach Waldau geschickt.

Die Polizei rief zudem das Amt für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik, das beim Regierungspräsidium Kassel angesiedelt ist, zur Hilfe. Ein Mitarbeiter untersuchte die Arbeiten der Dachdeckerfirma aus dem Landkreis Kassel, die den Unfall offenbar verursacht hat. Ob der Unfall eventuell strafrechtliche Konsequenzen haben könnte, wird von Ermittlern des Kasseler Polizeireviers Ost untersucht.

Fotostrecke: Chemieunfall bei Ikea in Kassel

Chemieunfall bei Ikea in Kassel

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