Gudrun Schneider ist neue Rektorin der Grundschule

Von Chile bis zum Jungfernkopf

Gudrun Schneider

jungfernkopf. „Ich geh’ hier richtig gern zur Schule“, sagt Gudrun Schneider und lacht. Die 61-Jährige ist seit Mai Rektorin der Grundschule Jungfernkopf und damit Nachfolgerin von Angela Becker. Nach deren Pensionierung im Sommer war die Stelle neun Monate unbesetzt.

Bevor Gudrun Schneider nach Kassel kam, war sie viele Jahre Rektorin an verschiedenen Grundschulen in und um Offenbach. Ihre Fächer sind Deutsch, Sachkunde und evangelische Religion. „Nach Nordhessen wollte ich aus privaten Gründen kommen“, verrät sie. Als sie zum 1. Februar ihre Aufgabe in Kassel beginnen wollte, fehlte in Offenbach plötzlich Ersatz. Also musste die Rektorin bleiben.

Glücklich sei sie über die große Herzlichkeit, mit der sie an ihrer neuen Schule empfangen wurde, sagt Schneider. Jetzt freue sie sich darauf, nochmal Neues zu lernen, anderen Menschen zu begegnen. Das wollte die Lehrerin, die im Nachbarstadtteil Harleshausen wohnt, in ihrem Leben schon oft.

Ihre Großeltern waren nach Chile ausgewandert, sie selbst wurde dort in Vina Del Mar geboren, wo sie aufwuchs und studierte. 1971 zog es sie erstmals nach Deutschland, „weil ich das Land meiner Großeltern kennenlernen wollte“, erklärt sie. Kassel wählte sie wegen der neu gegründeten Gesamthochschule für ein weiteres Studium.

1995 ging Gudrun Schneider, jetzt mit Ehemann und Tochter, nach Rio de Janeiro in Brasilien. Dort leitete sie die deutsche Grundschule. 2003 zog die Familie nach Frankfurt, wo sie ihren leichten, aber unverkennbar südhessischen Dialekt erwarb.

„Zu Hause bin ich in Deutschland und Chile zugleich“, sagt Schneider. „Aber ich schimpfe nur auf Spanisch“, fügt sie augenzwinkernd hinzu.

Ziele und Ideen hat die Pädagogin für „ihre“ neue Schule im Kopf, aber darüber reden möchte sie noch nicht. „Das ist zu früh, ich will mich erst mal umschauen und sehen, was veränderbar ist“, sagt die 61-Jährige. „In einem Jahr weiß ich mehr.“

Was sie sich aber wünscht, ist, dass sie in ihrer Dienstzeit noch die hessischen Bildungsstandards für Ethik und evangelische Religion umgesetzt sieht. Daran hat die neue Rektorin nämlich mitgearbeitet. Ein anderes Anliegen ist ihr die bessere Integration von Migrantenkindern. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, was sie bewegt, welche Probleme sie haben.“ Foto: Oschmann

Von Sabine Oschmann

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