Vom Lieferanten übers Ohr gehauen

Kasseler bestellte Karnevalsorden - und wurde genarrt

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Er versorgt Karnevalisten mit Kostümen und Orden: Ziege & Harjes-Chef Dirk Vogel, der bei der jüngsten Bestellung von Orden genarrt wurde.

Kassel. Eigentlich ist er schon von Beruf aus eine Frohnatur: Dirk Vogel ist Inhaber des Kostümverleihs Ziege & Harjes an der Werner-Hilpert-Straße und damit auch Lieferant zahlreicher Kasseler Karnevalsvereine.

Doch kürzlich ist dem Geschäftsmann das Lachen kurzzeitig vergangenen. Vogel wurde offenbar von einem Lieferanten von Karnevalsorden aus Hongkong übers Ohr gehauen.

In der Kasseler Karnevalsszene munkelte man deshalb bereits am vergangenen Wochenende, dass die Orden in der just eröffneten Session knapp werden könnten. Vogel hat gegenüber der HNA Entwarnung gegeben. Kein Karnevalsverein in der Stadt müsse befürchten, bei den Sitzungen nicht ausreichend Orden an die Narren verteilen zu können. Allerdings stimme es, dass er von einem Lieferanten aus Hongkong, mit dem er seit zwei Jahren zusammengearbeitet habe, betrogen worden sei. Dadurch sei ihm ein Schaden im vierstelligen Bereich entstanden. „Das ist mein geschäftliches Risiko.“

Vogel berichtet, dass er Anfang Oktober insgesamt 210 Karnevalsorden (für zwei Vereine) bei dem Lieferanten bestellt habe. In den vergangenen zwei Jahren habe er 20 Bestellungen (jeweils 100 bis 600 Orden) bei dem Mann vorgenommen. Bislang sei immer alles gut gegangen.

Es sei in der Branche üblich, dass die Orden, die aus einem Spritzguss hergestellt werden, im Vorfeld bezahlt werden, sagt Vogel. Er habe deshalb am 5. November die Summe auf das Konto des Geschäftspartners überwiesen. Am 9. November habe er noch eine E-Mail von dem Mann bekommen. Danach sei Funkstille eingetreten. Eine weitere E-Mail vom 12. November wurde nicht mehr beantwortet, dann sei auch die Internetseite des Geschäftspartners abgestellt worden. Vogel kann keinen Kontakt mehr zu dem Geschäftspartner aufnehmen, der einst „zuverlässig und ordentlich“ gewesen sei. „Ich fühle mich betrogen.“

Für eine Anzeige bei den chinesischen Behörden habe er sich bislang nicht entschieden, sagt Vogel. Er sieht da wenig Aussicht auf Erfolg. Er versuche aber über die chinesische Bank, bei der der Geschäftspartner ein Konto hatte, das Geld zurückzubekommen.

Die beiden Vereine, die die Orden aus Hongkong bekommen sollen, bräuchten sich keine Sorgen zu machen. Er habe mittlerweile bei einem anderen Hersteller geordert, sagt Vogel.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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