1000 Besucherinnen gerieten in Ekstase

Chippendales lassen Frauen kreischen

Die Chippendales in Aktion: Die attraktiven jungen Männer sind mit ihrer Mischung aus nackter Haut, Choreografie und Musik seit 35 Jahren erfolgreich. Fotos: Puchta

Kassel. Wenn 1000 Frauen binnen weniger Minuten in Ekstase geraten, sich mit glänzenden Augen und überschwappenden Sektgläsern in der Hand rhythmisch hin und her wiegen, dann stehen die Chippendales auf der Bühne. In der Kasseler Stadthalle ließen die neun Jungs aus Kalifornien den Boden beben.

Ein Mix aus Tanz, Gesang und Striptease, dazu ein Dauer-Lächeln in den gebräunten Gesichtern und durchtrainierte, muskelbepackte und meist (halb)-nackte Körper – die Show ist für Frauen gemacht. Und denen gefällt die Männer-Erotik schon seit 35 Jahren.

So sind auch in der Stadthalle die Erwartungen an einen unvergesslichen Mädelsabend hoch. Die ausschließlich weiblichen Besucher sind zwischen 20 und 50 Jahre alt, aber auch manche ältere Dame genießt den Anblick der gut gebauten „Chipps“.

Ursula Skulte ist 70, sie und Tochter Heike (47) waren schon bei vielen Shows dabei. „Das macht Spaß, uns gefällt alles an den Jungs“, sagen die beiden Kasselerinnen. Ursula Skulte war sogar schon auf der Bühne, denn die Chipps beziehen Frauen in ihr Programm ein. Dabei wählen sie gerne auch reifere Damen. Schließlich sollen sich alle Zuschauerinnen umworben fühlen. Das gehört zum Erfolgsrezept der Chippendales.

Fotostrecke: Chippendales in der Stadthalle

Chippendales in der Stadthalle

Doch im Grunde geht es nur um eins: Die Hüllen sollen fallen. Das geschieht in wechselnder Kulisse immer auf die gleiche Weise. Getarnt als blutrünstige Vampire oder Matrosen in schneeweißer Uniform, als „Men in Black“ mit Sonnenbrille und schwarzem Anzug, gerne auch als schwitzende Bauarbeiter oder Cowboys – am Ende stehen die Jungs im Slip oder mit nacktem Hinterteil auf der Bühne. Wie es von vorn um sie bestellt ist, bleibt der Fantasie der Frauen überlassen. Dazu tanzen und räkeln sie sich durchaus professionell durch ihr anderthalbstündiges Programm, manche können richtig gut singen. Mal ist eine komische Nummer dabei, manchmal wird’s romantisch, immer suchen die Jungs den Blick- und auch den Körperkontakt mit ihren kreischenden Fans.

Zimperlich dürfen die Frauen, die auf die Bühne geholt werden, nicht sein. Katharina Rod aus Hameln wird als „Bond-Girl“ vom Superspion in die weißen Laken gezerrt, eine andere Mitspielerin muss ein Kondom über eine Banane ziehen. Bei ihren Tänzen fassen sich die Männer immer wieder in den Schritt wie einst Michael Jackson und posieren in obszönen Stellungen.

Das gefällt nicht jeder. „Da sind alles eingebildete Typen, das muss ich nicht haben“, sagt Gabi Knittel (34) aus Detmold, die, wie sie sagt, von Kolleginnen zu dem Besuch „gezwungen“ wurde. Um Inna Beifus und Anna Becker, beide Mitte zwanzig, ist es dagegen geschehen. Sie haben die Chippendales zum ersten Mal gesehen. „Das ist der Hammer“, sind sie sich nach der Show einig.

Von Monika Puchta

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