Mann der Praxis - Christof Nolda wird neuer Baudezernent

Christof Nolda

Kassel. Der Kasseler Architekt Christof Nolda soll Baudezernent der Stadt werden. Das haben Grünen-Fraktion und Parteivorstand Montag Abend entschieden.

Zur Person

Weitere Infos über Christof Nolda finden Sie im HNA-RegioWiki.

Der 49-Jährige, der seit diesem Jahr für die Grünen der Stadtverordnetenversammlung angehört, wurde der Fraktion am Montag präsentiert. Eine Kommission mit Vertretern aus Partei und Fraktion hatte den Architekten ausgewählt. Die Neubesetzung war nach dem Wechsel von Joachim Lohse nach Bremen nötig geworden.

Die Grünen haben das Vorschlagsrecht für diese Position, die SPD wird sich laut Kooperationsvereinbarung dem Votum anschließen. Im Dezember soll Nolda von den Stadtverordneten gewählt werden. (hai)

Ein Mann der Praxis

Diesmal sollte bei den Grünen alles stimmen: Christof Nolda, der Nachfolger von Dr. Joachim Lohse (parteilos) im Kasseler Baudezernat werden soll, ist einer der Ihren. Er kennt die Stadt und ist anders als sein Vorgänger vom Fach. Der Architekt und Planer kam vor gut 20 Jahren nach Kassel, das ihm zur neuen Heimat wurde. Seit vier Jahren lebt Nolda mit seiner Familie, zu der zwei Kinder im Teenager-Alter gehören, in Wolfsanger.

Wie sehr er mit Kassel verwurzelt ist, belegt unter anderem sein Einsatz bei der Vorbereitung der 1200-Jahr-Feier des Stadtteils im vergangenen Jahr, die er maßgeblich organisierte. Seit 2005 sitzt der gebürtige Schwabe, der in Echterdingen bei Stuttgart aufwuchs, für die Grünen im Ortsbeirat Wolfsanger, seit der Kommunalwahl im März dieses Jahres auch im Stadtparlament. Er ist Mitglied im Vorstand des Bundes Deutscher Architekten (BDA) in Kassel, Schatzmeister im Kasseler Kunstverein und sitzt im Ehrenausschuss der Architektenkammer.

Der 49-Jährige ist ein Mann der Praxis, der seinen Beruf von der Pike auf gelernt hat. Nach Abitur, Ausbildung und Arbeit als Zimmermann, Architektur- und Städtebau-Studium in Kassel arbeitete er acht Jahre als angestellter Architekt in seiner Wahlheimat und in Berlin, bevor er sich mit einem früheren Studienkollegen selbstständig machte. Erfahrungen aus der Wohnungswirtschaft bringt er auch mit. Von 2003 bis 2005 war er bei der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft in der Grundstücksentwicklung tätig.

Vor sechs Jahren stieg Nolda als Partner im Büro des Kasseler Architekten Meinrad Ladleif ein, wo er bereits früher über einen Zeitraum von anderthalb Jahren tätig war.

Verwaltungserfahrung hat der Grüne, der im großen Kasseler Baudezernat Chef von über 500 Mitarbeitern wird, allerdings nicht. Manche bewerten dies als Nachteil, andere betonen die Chancen, die mit dem Quereinstieg und dem Blick von außen verbunden seien. Als Stadtbaurat wird Nolda auch Ansprechpartner für Großinvestoren sein, die in Kassel bauen wollen.

Weggefährten beschreiben den stets ruhig und freundlich auftretenden Planer als ausgesprochen uneitel, pragmatisch und lösungsorientiert. Zielstrebigkeit gehört wohl auch zu seinen Eigenschaften. Nach dem überraschenden Wechsel seines Vorgängers als Senator nach Bremen soll sich Nolda als möglicher Nachfolger um den Posten ins Spiel gebracht haben. Er galt schon früh als Favorit. Die Findungsgruppe aus den Reihen der Grünen hatte ihren Blick diesmal verstärkt auf Kandidaten aus der Region gelenkt.

Gestern Abend wurde Christof Nolda nach intensiver Diskussion in gemeinsamer Sitzung von Parteivorstand und Grünen-Fraktion in geheimer Abstimmung mit großer Mehrheit als Kandidat für das Amt des Baudezernenten vorgeschlagen. Wenn kein Gegenwind vom Kooperationspartner SPD kommt, wovon auszugehen ist, wird er voraussichtlich in der Dezember-Sitzung des Stadtparlaments zum neuen Kasseler Baudezernenten gewählt.

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