Rettungshubschrauber hatte vom Ausweichquartier in Fuldatal weniger Einsätze

Weniger Einsätze: Christoph 7 flog 2011 seltener

Kassel. Rettungshubschrauber Christoph 7 hat 2011 weniger Einsätze geflogen als in den vergangenen Jahren. Das könnte eine Folge der Verlagerung des Helikopters nach Fuldatal gewesen sein, wo er während des Umbaus des Luftrettungszentrums am Rot-Kreuz-Krankenhaus (RKH) stationiert ist.

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Auf jeden Fall hat der Umzug dafür gesorgt, dass die Wege zur Rettung länger geworden sind. 1279 Mal ist Christoph 7 im vergangenen Jahr zu Einsätzen ausgerückt. 2010 waren es noch 1336 Flüge gewesen. Damit ist er nicht mehr der Rettungshubschrauber mit den meisten Einsätzen in Hessen. Christoph 28 (Fulda) war 1302 Mal unterwegs.

Eine Ursache für den Rückgang könnte sein, dass der Helikopter seit März vom Flugplatz der Bundespolizei in Ihringshausen aus gestartet ist. Vor allem im letzten Quartal gab es weniger Einsätze als sonst. Das könne daran liegen, dass im Fuldatal vormittags häufiger Nebel aufgezogen sei, sodass der Hubschrauber nicht starten konnte, nimmt der Ärztliche Leiter des Luftrettungszentrums, Dr. Thomas Köhler, an. Auf jeden Fall sind die Einsatzflüge durch den Umzug länger geworden. Was schon vor der Verlegung erwartet wurde, belegt die Bundespolizei nun mit Zahlen.

Weitere Informationen zu Christoph 7 finden Sie im Regiowiki.

Wäre Christoph 7 statt von Fuldatal vom RKH in Kassel zu den Einsätzen geflogen, hätte er 990 Flugkilometer gespart, sagt Frank Schäfer, der bei der Bundespolizei als Schwarmführer für die Zivilschutzhubschrauber zuständig ist. Im Durchschnitt mache das zwar nur etwa einen zusätzlichen Kilometer pro Flug aus, „aber es gibt Einsätze, da kommt es auf jede Sekunde an“, sagt Köhler. Das Haupteinsatzgebiet liege nun mal südlich und südwestlich von Kassel.

Der Ärztliche Leiter wertet das als Argument gegen Fuldatal als ständigen Standort für Christoph 7 – eine Lösung, die einige Klinik-Anwohner bevorzugen würden. Sie haben nichts dagegen, dass der Rettungshubschrauber mit Patienten auf dem Dach des Rot-Kreuz-Krankenhauses lande, sagte Stefan Hellwig, Sprecher der Anwohnerinitiative Christoph 7. Er bezweifle aber, dass das Krankenhaus in Wehlheiden der einzig mögliche Standort für das Luftrettungszentrum sei.

Seit Dezember ist die Landeplattform auf dem RKH wieder freigegeben. Christoph 7 kehrt aber erst Anfang März endgültig zurück, wenn auch die Mannschaftsräume fertig sind. Dann fliegt er nur noch zum Übernachten nach Ihringshausen.

Köhler nennt neben den längeren Flügen weitere Gründe, die gegen einen Standort abseits einer Klinik sprächen. So könnten Notärzte und Rettungsassistenten am RKH problemlos ausgetauscht werden, wenn sie ein Einsatz körperlich oder seelisch besonders belastet habe. „Diese Möglichkeit haben wir in Fuldatal nicht“, sagt Köhler. Auch Notfallmedikamente und Verbrauchsmaterial seien nur an einer Klinik jederzeit ausreichend verfügbar.

Von Marcus Janz

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