Ausgedienter Rettungshubschrauber

Christoph 7 hat seinen Platz im Technikmuseum gefunden

Blickfang im Technikmuseum: Mit wenigen Handgriffen montierten am Samstag Helfer die 4,80 Meter langen und federleichten Rotorblätter an den Rotorstern des Hubschraubers.

Kassel. Links die erste Henschel E-Lok, Baujahr 1905, rechts die alte Henschel-Drehleiter HS 100 aus dem Jahr 1959. Und jetzt dazwischen in knalligem Orange – Christoph 7, Baujahr 1974.

Inmitten historischer Mobilitäts-Maschinen hat der alte Rettungshubschrauber mit der Kennung D-HDFK nun seinen Platz gefunden. Bernd Scott vom Technikmuseum hatte am Samstag zur offiziellen Übergabe Freunde des Fördervereins Christoph 7 sowie Helfer der Bundespolizei eingeladen. Gut hundert neugierige Besucher kamen hinzu.

Am frühen Morgen war der Hubschrauber auf einem Tieflader von der Bundespolizei in Ihringshausen zum Technikmuseum an der Wolfhager Straße 109 transportiert und mit einem Kran abgeladen worden. Danach schoben Helfer das 1300 Kilogramm schwere Fluggerät in die 2700 Quadratmeter große Ausstellungshalle des Museums.

„Ich kann es kaum glauben“, sagt Scott. Erst im Juni hatte er den alten Hubschrauber in der Halle der Bundespolizei zum ersten Mal gesehen. Da war er gerade vom Förderverein Christoph 7 in 300 Arbeitsstunden frisch restauriert worden. „Und jetzt, keine vier Monate später, ist er Blickfang im Technikmuseum.“ Scott darf die Flugmaschine nun dauerhaft ausstellen.

Das neue Exponat fügt sich nahtlos in die bisherige Sammlung des seit drei Jahren bestehenden Technikmuseums ein. „Denn alles, was hier zu sehen ist, hat einen Bezug zu Kassel“, sagt Scott. Tatsächlich flog der Hubschrauber des Typs BO-105 CB von 1974 bis in die späten 1980er-Jahre Rettungsflüge rund um Kassel. Danach wurde er für die Ausbildung im Eurocopter-Trainingszentrum an der Marbachshöhe eingesetzt. Dort versah er seinen Dienst bis ins Jahr 2012, bevor er vom Förderverein mit viel Einsatz wieder hergerichtet wurde. Noch heute ist das Fluggerät so ausgestattet, dass darin Notfalltransporte unter realistischen Bedingungen trainiert werden können.

„Das ist ein irres Ding“, sagt auch der heute noch aktive Christoph-7-Pilot Uwe Baumert. Vor Ort erzählte er von seinen ersten Flügen in den 80er-Jahren mit der nun ausgestellten Maschine. „Klein, wendig, schnell“, beschreibt er den Hubschrauber. Auch Stefan Wachsmuth, deutscher Vizemeister im Modellhubschrauber-Kunstflug, zeigte sich begeistert. Zum Anlass der Übergabe war er mit seinen Flugmodellen gekommen, um draußen über den Dächern von Rothenditmold Kostproben seines Kunstflug-Könnens zu geben. Drinnen sorgte derweil der mobile Flugsimulator des Fördervereins für spannende Flugstunden. Die Computer simulieren Hubschrauberflüge vom Standort der Bundespolizei in Ihringshausen bis zum Landeplatz auf dem Dach des Rot- Kreuz-Krankenhauses in Wehlheiden – dem heutigen Standort des Christoph-7-Rettungshubschraubers.

Technikmuseum Kassel, Wolfhager Straße 109, Internet: www.tmk-kassel.de, Tel. 0561 / 86 190 400

Öffnungszeiten: Mi. bis Fr. 14-17 Uhr, Sa. und So. 11-17 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.