Station für Rettungshubschrauber: Behörde dementiert Aussagen der Wehlheider Anwohner-Initiative

Christoph 7: Verwirrung um Geld für Schallschutz

Wehlheiden. Anlieger des Rot-Kreuz-Krankenhauses haben angeblich Aussichten darauf, bald weniger unter dem Lärm des Rettungshubschraubers Christoph 7 zu leiden.

Diesen Eindruck erweckt derzeit die Initiative, die gegen den Standort im Kasseler Stadtteil Wehlheiden kämpft. Auf Flugblättern empfiehlt sie Anwohnern, Anträge auf Schallschutzmaßnahmen an das Regierungspräsidium (RP) zu stellen.

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Die Initiative beruft sich auf ein Gutachten eines Ingenieurbüros für Akustik und Lärmschutz im Auftrag des Rot-Kreuz-Krankenhauses. Darin komme der Sachverständige Peter Riedel zu dem Ergebnis, „dass bei Wohnhäusern in der Umgebung des Hubschraubersonderlandeplatzes Überschreitungen der Zumutbarkeitsschwelle zu erwarten sind“, heißt es auf dem Flugblatt. Als Folge empfehle der Gutachter Schallschutzmaßnahmen. „Das ist falsch“, sagte Riedel dazu auf Anfrage. Eine solche Empfehlung habe er nicht ausgesprochen.

Auch RP-Sprecher Michael Conrad widerspricht dieser Darstellung. Aus dem Gutachten gehe hervor, dass Schallschutzmaßnahmen zu prüfen seien. Das Regierungspräsidium ist Aufsichtsbehörde für den Hubschrauberlandeplatz. Conrad kann sich nicht erklären, aus welchem Grund die Initiative den Anwohnern rät, Anträge bis zum Freitag, 25. März, an das RP zu schicken. „Anträge, die bei uns eingehen, werfen wir nicht weg, aber wir bearbeiten sie auch nicht“, sagte Conrad.

„Anträge, die bei uns eingehen, werfen wir nicht weg, aber wir bearbeiten sie auch nicht.“

Michael Conrad, Regierungspräsidium

Seit gestern liege dem Rot-Kreuz-Krankenhaus die Baugenehmigung vor, sagte Geschäftsführer Michael Gribner. Wie geplant könnten die Arbeiten am Montag, 28. März, beginnen. Für ein halbes Jahr soll Christoph 7 seine Basis dann bei der Bundespolizei in Fuldatal haben. Der Umbau kostet 1,8 Millionen Euro.

Ob das Rot-Kreuz-Krankenhaus den Anwohnern Schallschutzmaßnahmen bezahlen muss, könne er nicht beurteilen, sagte Gribner. Dem RP seien sämtliche Unterlagen und Gutachten für die Genehmigung des Landeplatzes eingereicht worden. Prüfen müsse das die Aufsichtsbehörde.

Auf Anfrage der HNA wollten Vertreter der Anwohnerinitiative zunächst nichts zu dem Thema sagen. Aber der dreiköpfige Sprecherrat der Initiative, der sich zusammensetzt aus Christoph Baum, Stefan Hellwig und Manfred Hocke, hat für die kommenden Tage eine schriftliche Stellungnahme angekündigt.

Von Claas Michaelis

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