Gefragter Kasseler Strafverteidiger

Christopher Posch: Anwalt, Boxer und TV-Darsteller aus Kassel

Kassel. Christopher Posch ist hart im Nehmen. Einen K.o. im Ring hat der passionierte Freizeitboxer bislang aber noch nicht einstecken müssen, und auch vor Gericht hat der gefragte Strafverteidiger nur wenige Niederlagen erlitten:

Das gilt sowohl für dessen Hauptberuf, als auch für den Nebenjob als Anwalt in der RTL-Serie „Christopher Posch – Ich kämpfe für Ihr Recht“, in der der Kasseler Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche hilft.

„100-prozentig reale Fälle“, wie der verheiratete Vater (37) einer Tochter versichert. Zwei Staffeln à acht Folgen sind abgedreht und gesendet, die dritte folgt demnächst.

Zufällig zum Fernsehen

Dass der Sohn des zweimaligen hessischen Wirtschaftsministers Dieter Posch zum Fernsehen gelangte, ist eher ein Zufall. Nach dem Abitur am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Melsungen und dem Jurastudium in Marburg und Köln wurde er 2006 während eines Repetitoriums – eine bei Rechtswissenschaften übliche komprimierte Vertiefung des Wissens zur Vorbereitung auf eine Prüfung – eher beiläufig auf ein Casting für eine Gerichtsshow bei RTL aufmerksam. Er ging hin, und nach einer Woche bereits hatte er eine Zusage.

„Das war alles gar nicht geplant, sondern das Ergebnis einer spontanen Laune“, erinnert sich der aktuell wohl bekannteste Rechtsanwalt der Nation, der sein Budget während des Studiums als Türsteher aufbesserte. In der Serie „Das Jugendgericht“ mimte er lange den Staatsanwalt – ebenso in der folgenden Pseudo-Dokumentation „Staatsanwalt Posch ermittelt“.

Posch, der aktuell auch die Interessen des deutsch-kroatischen Kasseler Fußballvereins Hajduk vertritt, ist Strafverteidiger mit Herz und Seele – auch wenn es sich um ganz schwere Jungs handelt. „Es gilt immer die Unschuldsvermutung“, sagt der Jurist, der gemeinsam mit seinem Vater, zwei weiteren Partnern und angestellten Kollegen eine Kanzlei in Kassel betreibt.

Hajduk-Vertreter

Wie berichtet, hatte das Sportgericht einen Hajduk-Akteur nach einer Massenschlägerei während eines Spiels gegen die SVH Kassel für drei Jahre, einen weiteren für 16 Spiele gesperrt. Darüber hinaus zog es Hajduk zehn Punkte in der Tabelle ab.

TV-Arbeit und Strafrecht sind Poschs Leidenschaft. Auf die Frage, was ihm mehr Freude bereite, antwortet er diplomatisch. „Das sind völlig unterschiedliche, aber gleichsam interessante Dinge“. Und lukrativ sind sie wohl auch. Er verkaufe sich nicht unter Wert, sagt er verschmitzt, ohne Zahlen zu nennen. Dass er auf der Straße angesprochen wird, stört ihn nicht, und dass Freunde schon mal über seinen Nebenjob frotzeln, ebenso wenig. „Da muss man drüberstehen“, sagt er.

Und, ist ihm der Erfolg zu Kopf gestiegen? Posch selbst verneint dies, und man nimmt es ihm ab. Der Jurist und Unternehmer mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn kommt sympathisch und bodenständig herüber – Starallüren Fehlanzeige.

Von José Pinto

Posch und Partner haben Elwe gekauft

Posch ist auch unternehmerisch aktiv. Vor gut einem Jahr erwarb er mit seinem Partner Gotthard Fels für 570 000 Euro das frühere Untersuchungsgefängnis Elwe in der Unterneustadt. Dorthin will er im nächsten Jahr mit seiner Kanzlei umziehen. Außerdem soll Büroraum geschaffen sowie ein Beherbergungsbetrieb untergebracht werden. Ursprüngliche Pläne, einen Supermarkt anzusiedeln, sind gescheitert. (jop)

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