Wohnen im ehemaligen Untersuchungsgefängnis

Eigentümer wollen 50 Wohnungen in der Elwe schaffen

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So könnte es bald aussehen: Die Illustration zeigt den Flügel des früheren Untersuchungsgefängnisses an der Hafenstraße. Größere Fensteröffnungen und würfelförmige Anbauten lockern die strenge Fassade auf.

Kassel. Große Pläne für die Elwe: Aus den einstigen Zellen in dem denkmalgeschützten Gebäude in der Unterneustadt sollen 50 Wohnungen entstehen. Noch werden dort kurzfristig kündbare Lagerflächen vermietet. Doch die Pläne für den Umbau stehen, eine Bauvoranfrage läuft bereits.

Rund vier Millionen Euro will die Elwe GmbH in Sanierung und Umbau investieren. Wenn alles glattläuft, könnten im Herbst 2015 die ersten Bewohner einziehen.

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„Es ist wirtschaftlich machbar“, sagt der Baunataler Unternehmer Gotthard Fels. Er hatte die Elwe im Herbst 2012 mit seinem Geschäftspartner Christopher Posch vom Land Hessen für 570.000 Euro gekauft und war seitdem auf der Suche nach einer dauerhaften Lösung. Die Pläne sehen vor, jeweils drei ehemalige Zellen zusammenzulegen und umzubauen. Dabei könnten die vorhandenen Fenster- und Türöffnungen genutzt werden, sagt Fels. Verglaste, würfelförmige Anbauten setzen neue Akzente und sollen für Transparenz, mehr Licht und Raum sorgen. Sie bieten auch Platz für Balkone.

Die größten Wohnungen sind in den beiden Flügeln an der Hafenstraße und zur Unterneustädter Schule vorgesehen. Sie sind 45 bis 68,5 Quadratmeter groß. Die kleinsten liegen mit 25 Quadratmetern im Hauptgebäude am Unterneustädter Kirchplatz. Alle Wohnungen sollen als Eigentumswohnungen beziehungsweise Anlageobjekte verkauft werden.

Kleines Apartment: Grundriss einer Wohnung im Hauptgebäude am Unterneustädter Kirchplatz.

Die Pläne sehen auch einen begrünten Innenhof vor sowie Parkplätze. „Die Nachfrage nach kleinen Wohnungen ist groß“, sagt Fels. Für Anleger seien die Elwe-Wohnungen auch aus steuerlichen Gründen interessant. Sie könnten die Investitionen in die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes steuerlich geltend machen. Der Kaufpreis werde bei 2000 bis 2500 Euro pro Quadratmeter liegen.

Die massiven und bis zu 60 Zentimeter dicken Wände im Innern der Elwe hatten größere Umbaupläne durchkreuzt. Abgesehen von den hohen Kosten sei ihr Abriss aus statischen Gründen nicht möglich, sagt der Baunataler Bauunternehmer, der in Kassel unter anderem das Karlshospital saniert hat. Der Umbau bleibe zwar schwierig, sei aber machbar. „Das Auseinandernehmen ist ein teurer Spaß.“

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Der Wachturm über dem Innenhof soll abgerissen werden. Was aus der ehemaligen Gefängnisturnhalle wird, ist offen. Man habe sie der Unterneustädter Schule angeboten, sagt Fels. Eine Entscheidung gebe es noch nicht.

Fotos: Blick ins ehemalige Untersuchungsgefängnis Elwe

Blick ins ehemalige Untersuchungsgefängnis Elwe

In dem früheren Freigängerhaus an der Hafenstraße wird schon bald die Anwaltskanzlei von Geschäftspartner Christopher Posch ihren Sitz haben. Der Umbau ist in vollem Gang. Im April sollen die Arbeiten beendet sein.

Von Ellen Schwaab

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