Ab dem Herbst

Rundum-Leinwand und Spezialeffekte: So verändert sich das Cinestar in Kassel

+
Erstmalig in Deutschland: Im geplanten ScreenX-Kinosaal setzt sich das Leinwandbild an den Seiten fort für ein 270-Grad-Kinoerlebnis. Das Cinestar-Kino will die neue Technik nicht nur für Actionfilme, sondern wie im Bild auch auch für Livekonzert-Übertragungen nutzen.

Drei Monate nach dem Betreiberwechsel im Cinestar-Kino nahe dem Weinberg kündigen die Inhaber technische Neuerungen an, die dem Kasseler Publikum neuartige Kinoerlebnisse bescheren sollen.

Im Herbst, so Geschäftsführerin Juliane de Boer, wird einer der 13 Vorführsäle mit der ersten 270-Grad-Rundumsicht-Leinwand in Deutschland ausgestattet.

Dort sollen sich die Besucher ganz ohne 3D-Brillen oder sonstige Hilfsmittel wie mitten im Geschehen fühlen. Das Leinwandbild setzt sich auch über die Seitenwände fort, was vor allem bei Actionfilmen und auch bei Livekonzert-Übertragungen zum Einsatz kommen soll.

Ein weiterer Kinosaal soll mit neuartigen, beweglichen Effekt-Sitzen ausgerüstet werden, die ein Filmerlebnis für alle Sinne versprechen. Synchron zur Action auf der Leinwand heben sich und kippen diese Sitze in alle Richtungen, erzeugen warme und kalte Luftströme, Gekrabbel an den Beinen und sogar Gerüche. Ergänzend dazu verströmen Geräte an der Saaldecke Nebel, Windeffekte, Blitze, Qualm und Regenspritzer.

Kinochefin de Boer beschreibt das so: „Man spürt den Luftzug, wenn sich Spiderman durch Hochhausschluchten schwingt. Und wenn er sich anschließend ein Spiegelei brät, wird man das riechen kommen.“

Auch mit dieser vierdimensionalen Gefühls-Technologie der neuesten Generation werde das Kasseler Kino Vorreiter sein. Mit der koreanischen Weltmarktführer-Firma für Kinosysteme hat die Filmpalast Kassel GmbH jetzt eine Vereinbarung zur Nutzung der beiden Innovationen abgeschlossen. Eine Investitionssumme wurde nicht genannt. Zur Vorweihnachtszeit, so Juliane de Boer, soll man die ersten Filme in den neuen Technik-Formaten erleben können.

Geplant sei, im Oktober einen Teil des Kasseler Kinos mit vier Sälen als Baustelle vom laufenden Betrieb abzutrennen und binnen vier bis sechs Wochen grundlegend zu modernisieren. Zwei der Säle werden technisch aufgerüstet, zwei weitere lediglich räumlich modernisiert, weil sich das von deren Lage im Gebäude her anbiete.

„2020 werden wir dann den Rest des Hauses komplett umbauen und modernisieren“, kündigt die Kinochefin an. In die näheren Planungen dafür seien die Betreiber eben erst eingestiegen. Das in die Jahre gekommene Multiplex-Kino werde jedenfalls hinterher nicht wiederzuerkennen sein und auch seine Funktionen fürs Publikum verändern.

Schon jetzt beginnen die Kinobetreiber damit, nach und nach den Namen „Filmpalast Kassel“ einzuführen, unter dem das Kino künftig nach der Loslösung von der Cinestar-Gruppe firmieren wird.

Für die neuen technischen Erlebnisse müssen Filmfans mit einem gewissen Aufschlag auf die Ticketpreise rechnen. Etwa 6 Euro mehr werden Vorführungen mit der Effektsitz-Technik namens 4DX kosten, sagt Juliane de Boer. Es gebe pro Jahr etwa 30 bis 40 Film-Neuerscheinungen, für die die koreanischen Technik-Partner dann jeweils spezielle Effektabläufe komponieren würden. Das geschehe bereits parallel zur Filmproduktion.

Bei der Rundumsicht-Technik namens ScreenX sei das Verfahren neuer und aufwändiger: „Da müssen teilweise ganze Szenen nachgedreht werden, um das Filmbild bis über die Ränder zu verlängern“, erklärt die Kinochefin. Etwa 15 internationale Kinoproduktionen würden derzeit pro Jahr in dieser Weise aufbereitet. Der Filmspaß in Rundumsicht soll etwa 4 Euro zusätzlich zum regulären Ticketpreis kosten.

Lesen Sie aus dem Archiv: Cinestar gibt Kino in Kassel auf: So geht es mit Multiplex weiter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.