CineStar: Mit Rollstuhl nicht in Rollstuhlfilm

Rollstuhlfahrer haben schlechte Karten: Das CineStar-Kino am Karlsplatz in Kassel Foto: Fischer

Kassel. Einen Fauxpas besonderer Qualität leistet sich das CineStar in Kassel. Das Multiplex-Kino am Karlsplatz zeigt aktuell den französischen Film „Ziemlich beste Freunde“ über einen querschnittsgelähmten Rollstuhlfahrer, der nach einem Unfall sein Leben neu ordnet – jedoch läuft der Streifen ausgerechnet in einem Saal, der für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich ist – in Saal 1 ganz oben.

„Als ich direkt im Kino nach den Ticketpreisen nachgefragt habe, bekam ich die Antwort, dass ich mit meinem Rollstuhl nicht in den Kinosaal eingelassen werde, dass mir also auch keine Kinokarte verkauft werden könne“, beschreibt Azad Batan den Fall.

Stephan Lehmann, Chef der CineStar-Gruppe mit Sitz in Lübeck, erklärt, dass „Ziemlich beste Freunde“ derzeit extrem erfolgreich laufe, so dass gewährleistet werden müsse, dass möglichst viele Besucher den Film sehen können. Letztlich sei das auch eine unternehmerische Entscheidung.

So wird der Film also nicht in einem der unteren, kleineren, für Rollstuhlfahrer zugänglichen Säle im Erdgeschoss gezeigt, sondern ganz oben in Saal 1 mit 592 Plätzen.

„Wir rechnen aber damit, dass der Film wegen seines Erfolgs noch relativ lange gespielt wird und bei abnehmenden Zuschauerzahlen einem neuen Saal zugeordnet wird, der dann auch für Rollstuhlfahrer zugänglich ist“, so Lehmann. (bon)

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