„Diagnose ALS – Das Schicksal des Paratriathleten Markus Häusling“

Claudia-Hohmann-Preis: Hamburger gewinnt für Doku über Sportler mit ALS

+
Preisträger Alexander Kobs mit (von links) Anna-Sophia Stemme (Tochter von Claudia Hohmann) und den Presseclub-Vorstandsmitgliedern Elke Bockhorst, Sabine Herms, Connie Strack und Petra Wettlaufer-Pohl.  

Kassel. Der 30-jährige Journalist und TV-Autor Alexander Kobs aus Geesthacht bei Hamburg ist mit dem Claudia Hohmann-Preis 2017 ausgezeichnet worden.

Den Nachwuchspreis des Kasseler Presseclubs bekam der für NDR und die ARD tätige Journalist für seine Fernseh-Dokumentation „Diagnose ALS – Das Schicksal des Paratriathleten Markus Häusling“.

Häusling stammte aus Breuna-Wettesingen und hatte bis zu seinem Tod im Dezember 2016 mit nur 45 Jahren in der Kasseler Justivollzugsanstalt gearbeitet. Mit 18 Jahren war er auf dem Fußballplatz zusammengebrochen und saß seither querschnittsgelähmt im Rollstuhl.

Er ließ sich von seinem Schicksal nicht unterkriegen und wurde ein äußerst erfolgreicher Paratriathlet. Sein Ziel: Teilnahme an den Paralympics 2016 in Rio. Diese Geschichte wollte der junge Fernsehjournalist in einer TV-Reportage erzählen. Doch dann schlug das Schicksal bei Häusling ein zweites Mal erbarmungslos zu. Während der Dreharbeiten bekam er die Diagnose ALS. Die amyotrophe Lateralsklerose ist eine unheilbare und tödlich verlaufende Nervenkrankheit.

Doch Häusling zog sich nicht zurück, sondern arbeitete weiter mit dem Journalisten zusammen, der ihn schon über ein Jahr bei seinen Paralympics-Vorbereitungen begleitet hatte. „Er wollte die heimtückische Krankheit bekannt machen“, erzählt Kobs. Daraus entstand ein bewegender Film, der ruhig, sensibel und ohne Pathos die Geschichte Häuslings bis zu dessen Tod erzählt und unter die Haut geht. „Ich habe ihn zwei Tage

vor seinem Tod noch mal besucht“, erzählt Alexander Kobs – natürlich ohne Kamera. „Er hat sehr gelitten am Ende, das hat mich sehr berührt.“ Um den mit 2500 Euro dotierten Nachwuchs-Preis, der an die HNA-Journalistin Claudia Hohmann erinnert, hatten sich in der achten Runde 22 junge Journalisten beworben. „Das waren so viele junge Kollegen wie nie zuvor“, sagen die Presseclub-Vorsitzenden Sabine Herms und Petra Wettlaufer-Pohl. „Und wir haben es uns nicht leicht gemacht bei der Entscheidung, denn es waren ausgesprochen gute Beiträge unter den Bewerbungen.“ 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.