Claudia-Hohmann-Preis: Diese Storys gehen unter die Haut

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Preisverleihung: Der Journalistenpreis des Presseclubs Kassel geht dieses Jahr an die Jungjournalisten (von links) Markus Böhle (Freier Journalist) und Max Holscher (HNA-Redakteur).

Kassel. Der Presseclub Kassel hat zwei Jungjournalisten aus der Region mit dem Claudia-Hohmann-Preis ausgezeichnet: Max Holscher, landespolitischer Reporter der HNA in Kassel, und Markus Böhle, freiberuflicher Journalist aus Kassel, sind die Gewinner, die am Donnerstag bei der Preisverleihung im Museum für Sepulkralkultur bekannt gegeben wurden.

Max Holscher 

Hier gibt es den Beitrag von Max Holscher zum Nachlesen.

Eines Tages im März rief ein verzweifelter Vater in der Lokalredaktion der HNA an. Er erzählte von seinen beiden Söhnen, die sich nach Syrien zum IS abgesetzt hatten. Dort gab es für die Jungs ein böses Erwachen, denn der IS ließ sie nicht mehr gehen. Zusammen mit Redaktionsleiter Frank Thonicke erarbeitete Holscher (31), der gebürtig aus Witzenhausen stammt und in Gießen, Leipzig und den USA Journalismus, Geschichte und Politik studiert hat, eine Artikel-Serie über die Faszination des IS auf Jugendliche und deren Folgen.

Dazu sprach er mit betroffenen Eltern, mit Schulen über deren Präventionsarbeit, aber auch mit der hessischen Justizministerin Eva Kühne-Hörmann. Auch als eine Schülerin aus Baunatal sich auf den Weg zum IS machte, fügte der HNA-Redakteur die Ereignisse in den Kontext ein und forschte nach den Hintergründen.

Die Jury des Presseclubs sah Holschers Beitrag als eine Geschichte von großem Weltgeschehen. Die Texte seien sprachlich gewandt. Manchmal streng nachrichtlich, mal Reportage, mal Hintergrund und Interview, lobte die Laudatorin Elke Bockhorst Holschers Artikel-Serie.

Markus Böhle 

Das Fernsehporträt von Markus Böhle können Sie hier ansehen.

Für Bewunderung bei der Jury sorgte das Fernsehporträt des freien Journalisten Markus Böhle (32) über den Jungen Jesko, der mit neun Jahren einen Schlaganfall erlitt und sich nun zurück ins Leben kämpft. Auf die Geschichte aufmerksam wurde Böhle, der in Stuttgart geboren ist und in Hamburg Journalismus studiert hat, durch die Verleihung des Motivationspreises der Deutschen Schlaganfallhilfe an Jesko.

Daraufhin begleitete Böhle den heute Elfjährigen einen Tag lang und filmte seinen Alltag, der durch den Schlaganfall zur Herausforderung geworden ist. Unter dem Titel „Links Philipp Lahm, rechts Zappelphilipp“ wurde der Beitrag im ZDF-Magazin „Volle Kanne“ gezeigt.

Laut Jury stimmt in dem Porträt alles: Bilder, Erzähltempo, Dramaturgie. Die Geschichte zeige ein Kind, das trotz Schicksalsschlag positiv in die Zukunft blickt.

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