Ortsbeirat Wesertor: Unterstand auf Spielplatz Sodensternstraße wird abgebaut

Cliquentreff in die Kiste

Wesertor. Aus der Haut fährt Gerhard Franz selten. Doch am Mittwoch platzte dem sonst so besonnenen Ortsvorsteher des Kasseler Stadtteils Wesertor der Kragen.

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Cliquentreff im Wesertor wird abgebaut

SPD-Mann Franz ereiferte sich bei der Ortsbeiratssitzung über die Verzögerungen beim Abbau des Unterstandes auf dem Spielplatz an der Sodensternstraße. Am Mittwoch beschloss der Ortsbeirat erneut einstimmig, dass der Cliquentreff abgebaut werden müsse – mit dem Zusatz „unverzüglich und sofort“. Dennoch dürfte der Unterstand nicht vor Mitte Mai verschwinden, sagten Thomas Reuting und Cornelia Stephan vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt. Der Grund: Alle Firmen, von denen Angebote eingeholt worden sind, könnten den Auftrag nicht früher ausführen. Franz und seine Ortsbeiratskollegen haben dafür wenig Verständnis. „Wir fühlen uns ein Stück weit verarscht“, sagte Franz erbost. „So geht man mit einem Ortsbeirat nicht um.“

Der Ortsbeirat stehe bei den Anwohnern der Sodensternstraße im Wort. Für das Gremium gehe es um die eigene Glaubwürdigkeit. Immerhin habe es bereits im vergangenen Jahr zwei Beschlüsse zum Unterstand an der Sodensternstraße gegeben.

Reuting wies die Kritik zurück: „Wir spielen nicht auf Zeit.“ Und es sei auch nicht geschlampt worden. Zudem werde der Abbau des Cliquentreffs das Problem lärmender und randalierender Jugendlicher im Stadtteil nicht allein lösen. Mit „wenigen“ Mitteln leiste die Kinder- und Jugendförderung „eine gute Arbeit“ im Stadtteil. Aber auch Jugendarbeit stoße an ihre Grenzen.

Der Ortsbeirat beschloss auch, dass der Cliquentreff nicht an einem anderen Ort im Stadtteil wieder aufgebaut wird. Die Suche nach einer Alternative blieb letztlich ohne Ergebnis. Standorte, die der Ortsbeirat vorgeschlagen hatte, stießen bei den Jugendlichen auf wenig Gegenliebe. Umgekehrt lehnte das Gremium Standorte ab, die die Jugendlichen vorgeschlagen hatten. Wie mit Jugenddezernentin Anne Janz (Grüne) vereinbart, werde der Cliquentreff nun eingelagert.

Anwohner kürzen Mieten

Bei der Sitzung meldeten sich auch Anwohner zu Wort. „Die Belästigungen haben erheblich zugenommen“, sagte Katja Speier. Weil sich so lange nichts getan habe, seien die Anwohner entschlossen, ab Mai ihre Mieten zu kürzen. Den Schaden dürften die Vermieter bei der Stadt einklagen, vermutete sie. Eine Vermieterin berichtete, dass erste Bewohner aus der Sodensternstraße weggezogen seien.

Von Beginn an hätten die Anwohner vorgeschlagen, das Geld für den Unterstand für Sozialarbeit umzuwidmen. Doch der Vorschlag sei nicht aufgegriffen worden. Nun müssten den randalierenden Jugendlichen strafrechtliche und sozialpädagogische Grenzen gesetzt werden.

Von Claas Michaelis

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