Stimmung besser denn je

Commerzbank stellt Studie zu Erwartungen der Betriebe im Großraum Kassel vor

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Noch reichlich Nachholbedarf in Sachen Internethandel und Digitalisierung: Nach der Studie nutzen die meisten befragten Betriebe im Großraum Kassel das Internet kaum für ihre Geschäftstätigkeit. Nur ein Drittel ist mittlerweile in den sozialen Netzwerken aktiv. 

Kassel. Die Commerzbank-Studie zu den Erwartungen der Betriebe in Großraum Kassel bringt es ans Licht: Die Stimmung ist besser denn je. 

Gut gefüllte Auftragsbücher und genügend Liquidität für Investitionen: Nach einer Umfrage schätzen derzeit drei Viertel (76 Prozent) der befragten Gewerbetreibenden, Freiberufler und Handwerker im Großraum Kassel die Geschäftsentwicklung in ihrer Branche als sehr gut oder stabil ein.  Optimistisch blicken viele auf das kommende Jahr. Für 2016 rechnen 41 Prozent mit einer Stabilisierung auf hohem Niveau. Die Stimmung in den Kasseler Betrieben ist demnach noch besser als im Vorjahr, als 30 Prozent der Befragten eine positive Entwicklung erwarteten, und auch besser als im Bundesdurchschnitt (38 Prozent).

 Zu diesen Ergebnissen kommt die zweite Geschäftskunden-Studie, für die im Sommer im Auftrag der Commerzbank bundesweit Betriebe mit einem Jahresumsatz von bis zu 2,5 Millionen Euro befragt wurden (siehe Hintergrund). Dabei handelte es sich um eigene Kunden und die anderer Kreditinstitute, betonten Commerzbank-Regionalfilialleiter Benjamin Waskönig und Pressesprecher Thomas Schwarz am Donnerstag bei der Vorstellung der Studie.

Zum zweiten Mal wurde die Untersuchung zum Thema „Wirtschaftliche Situation und digitale Herausforderungen“ erstellt und mit 50 Befragten aus dem Raum Kassel regionalisiert. Als größtes unternehmerisches Risiko sehen 57 Prozent der heimischen Gewerbetreibenden den Fachkräftemangel. Als weitere Probleme werden die Konkurrenz durch das Internet (25 Prozent) und ausbleibende Kunden beziehungsweise Aufträge (24 Prozent) gesehen.

Groß ist laut Studie der Nachholbedarf der Betriebe in Sachen Digitalisierung und Internethandel. „57 Prozent der Geschäftskunden in Kassel nutzen das Internet kaum für ihre Geschäftstätigkeit“, sagte Waskönig. Nur ein Drittel setze auf soziale Netzwerke wie Facebook, obwohl es kaum negative Erfahrungen gebe. Online-Einkauf und -Bezahlung sei immerhin bei jedem dritten Geschäftskunden möglich.

Investitionen ohne Kredite

Rund ein Drittel der befragten Unternehmer im Großraum Kassel hat nach der Studie 2015 bereits die geplanten Investitionen umgesetzt, mehr als doppelt so viele wie 2014. 55 Prozent wickelten ihre Investitionsausgaben in Personal, Geschäftsräume und mehr aus dem laufenden Betrieb ab. Der Anteil derer, die Kredite nutzen, ist gegenüber 2014 von elf auf acht Prozent zurückgegangen. „Nur noch knapp ein Drittel der Kasseler Geschäftskunden nimmt derzeit einen Kredit oder eine Kreditlinie in Anspruch“, bedauerte Waskönig.

Nach eigenen Angaben betreut die Commerzbank im Großraum Kassel rund 6000 Geschäftskunden mit einem Jahresumsatz von bis zu 2,5 Millionen Euro. Für Kunden mit höheren Umsätzen ist die Mittelstandsbank des Kreditinstituts zuständig.

Zum zweiten Mal vorgelegt

Für die Studie wurden vom Meinungsinstitut Ipsos zwischen Juli und August bundesweit 3060 Gewerbetreibende, Freiberufler und Handwerker befragt. 50 davon kamen aus dem Großraum Kassel. Bei den Befragten handelte es sich nicht nur um Geschäftskunden der Commerzbank. Das Kreditinstitut hat die Studie nach der Premiere 2014 nun zum zweiten Mal in Auftrag gegeben und vorgelegt. Im nächsten Jahr soll eine Neuauflage erfolgen.

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