Messe startet am Freitag

Sie war schon Deutsche Cosplay-Meisterin: Nicole Mertsch ist Stammgast auf der Connichi

Nicole Mertsch als Sakura aus der Serie Naruto. Foto: Felix Abel Klaer/NH

Die Connichi ist Deutschlands größte ehrenamtlich organisierte Veranstaltung zur japanischen Kultur. Vom 6. bis 8. September findet sie im Kongress Palais in Kassel statt.

Pinke Haare, stark geschminkte Augen, ein rosafarbenes Kostüm mit goldenen Accessoires – das ist Nicole Mertsch in ihrem Kostüm aus der Serie Sailor Moon. Wenn man die kostümierte Cosplayerin Mertsch und die alltägliche Sozialpädagogin Mertsch nebeneinanderstellen könnte, man würde kaum glauben, dass es sich um ein und dieselbe Person handelt.

Aber genau das ist das Ziel von Cosplayern, nämlich in ihrem Kostüm einem fiktiven Charakter so ähnlich wie möglich zu sehen. Um das zu erreichen, wird jede Menge Zeit und Geld investiert. Je nach Aufwand dauert es mehrere Monate, um das Kostüm zu erstellen. „Die Kosten dafür betragen dann schnell mehrere hundert Euro“, sagt Mertsch.

Mehr als 40 Kostüme finden sich mittlerweile in Nicole Mertsch’ Bastelzimmer. An einigen hat die Kasselerin, die sich das Nähen selbst beigebracht hat, tatsächlich mehrere Monate gearbeitet. Mertsch findet es auch nach vielen Jahren noch immer am schwierigsten, das Schnittmuster zu erstellen. Das sei für sie immer eine Herausforderung.

Die schöne Kriegerin: Chibiusa aus Sailor Moon zählt zu den bekanntesten Charakteren aus den japanischen Animeserien. F oto: Felix Abel Klaer/NH

„Aber über die Jahre ist in meiner Wohnung auch einiges an Stoffen und Material zusammengekommen“, sagt Mertsch. Vor allem wenn man beispielsweise Rüstungen und ähnlich aufwendige Dinge bastele. Aber die Materialien, die man dafür nutzen kann, seien über die Jahre vielfältiger geworden. Am Anfang habe man sich vorwiegend aus dem eigenen Kleiderschrank bedient, mittlerweile gebe es ganz andere Möglichkeiten. So fühlen sich Perücken nicht mehr nur künstlich an, sondern beinahe wie echte Haare, die man problemlos frisieren kann.

Auch am Wochenende zur Connichi wird Mertsch drei verschiedene Kostüme tragen. Heute wird sie als „Jeanne“ aus der Serie „Die Kamikazediebin“ zu sehen sein, am Samstag verkörpert sie den Charakter „Roxas“ aus der Serie „Kingdome Hearts“ und Sonntag ist sie dann „Gustin“ aus der Serie „Grandia“. „Man muss nicht jeden Tag ein anderes Kostüm tragen, aber viele Cosplayer machen das natürlich“, sagt Mertsch. Ziel ist es, möglichst natürlich einen Charakter zu wählen, den es noch nicht so häufig gibt.

2005 war Mertsch zum ersten Mal auf der Connichi. „Damals noch in Zivil“, erinnert sich die heute 32-Jährige. Aber sie hat sich direkt mit dem Japan-Virus infiziert. „Eigentlich sind doch alle Cosplayer auch kleine Japan-Fans“, sagt sie. Denn die Kostüme, in denen sich die Cosplayer inszenieren, sind größtenteils aus japanischen Serien und Videospielen. Auch Mertsch war schon mal in Japan. Dort hat sie an einem internationalen Cosplay-Wettbewerb teilgenommen.

Bei den Wettbewerben werden die originalgetreue Umsetzung, die Komplexität des Kostüms und das Material bewertet. In den Gesamteindruck fließt auch die schauspielerische Präsentation vor der Jury mit ein. Mertsch hat schon viele Preise gewonnen. 2015 war sie Deutsche Cosplay-Meisterin. Mittlerweile sitzt sie selbst in Jurys.

„Es stimmt schon, ein bisschen wächst man aus der Szene vielleicht mit dem Alter heraus“, sagt Mertsch. „Aber die Freunde, die man über das Hobby bekommen hat, die bleiben.“ Die Szene habe sich auch insofern verändert, dass es vielen Jüngeren mehr auf die gemeinsame Zeit ankomme als auf die Kostümierung.

Am Wochenende hat sie dann natürlich auch die „Bude voll“, sagt Mertsch. Sie bekommt Besuch von Freunden aus ganz Deutschland. Wo sie sich kennengelernt haben? Versteht sich fast von selbst – nämlich auf der Connichi.

Bei Facebook ist Nicole Mertsch zu finden unter facebook.com/FallenWings.Cosplay

Service

Die Connichi ist Deutschlands größte ehrenamtlich organisierte Veranstaltung zur japanischen Kultur. Vom 6. bis 8. September findet sie im Kongress Palais in Kassel statt. . 

Tickets: Tickets sind noch an der Tageskasse erhältlich. Ein Tagesticket kostet am Freitag 30 Euro, am Samstag 45 Euro und am Sonntag 40 Euro. Mit den Tickets können die öffentlichen Verkehrsmittel im Tarifbereich KasselPlus genutzt werden. Sie sind im Zeitraum von zwei Stunden vor Beginn und bis zwei Stunden nach Ende der Veranstaltung gültig. . 

Programm: Es gibt ein Programm mit Ausstellern, Wettbewerben, Vorträgen, Konzerten und Workshops. Der bekannte Cosplay-Wettbewerb findet am Freitag um 17.45 Uhr im Festsaal statt. Außerdem gibt es eine Auktion im Blauen Saal am Samstag um 21.45 Uhr, wo Sammlerstücke aus Japan versteigert werden. Die Eröffnungsshow ist am Freitag im Festsaal um 15.30 Uhr. Am Freitag und Samstag findet um 20.45 Uhr ein Feuerwerk im Innenhof statt.

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