„Cookies for friends“ hat geöffnet

Für Waldi & Co.: Kassels erste Hundebäckerei an der Kölnischen Straße

Mutige Geschäftsidee: Julia Walloschek hat an der Kölnischen Straße Kassels erste Hundebäckerei „Cookies for friends“ eröffnet. Alle ihre Kekskreationen lässt sie von ihrer Hündin Maja testen.

Kassel. Die Geschichte von Kassels erster Hundebäckerei begann mit Sorgen: Julia Walloscheks Hündin Maja hatte Probleme mit der Bauchspeicheldrüse und wollte keine Leckerlis mehr anrühren. Also begann die 37-Jährige sich über Hundeernährung zu informieren und backe ihre ersten Hundekekse.

Die kamen auch bei Hunden aus der Nachbarschaft so gut an, dass die Krankenschwester ihren Job kündigte und sich mit der Hundebäckerei „Cookies for friends“ selbstständig machte.

In den Räumen ihres Cafés an der Kölnischen Straße 116 war auch zuvor eine Bäckerei. Doch statt Brot und Brötchen gibt es dort nun Fleischlust, Fischschmaus, Erdnusshappen, Spinatsnack, Bananenglück, Smörrebröd und Karottentraum. So heißen Walloscheks Hundekekskreationen. Alle Sorten wurden von ihrer Münsterländer-Hündin Maja getestet und für gut befunden.

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag 10 bis 17 Uhr, Samstag 10 bis 15 Uhr

Fast wie bei richtigen Bäckern beginnen auch Walloscheks Tage früh. Um 6.30 Uhr steht die Existenzgründerin in der Backstube, um für Nachschub zu sorgen. Bei 150 Grad werden die Plätzchen relativ lang gebacken und dann getrocknet. Die Leckerlis müssten ganz trocken sein, damit sie mindestens fünf Wochen halten.

Reismehl für sensible Hunde

„Am Anfang haben viele Leute gesagt, was für eine bekloppte Idee“, erzählt die Mutter einer Tochter. Aber inzwischen bekomme sie nur noch positive Rückmeldungen.

Als Zutaten verwendet die Bäckerin Dinge, die auch Menschen schmecken: Zum Beispiel Leberwurst, Thunfisch, Möhren, Äpfel, Bananen, Erdnusscreme und Spinat. Weizenmehl, Gewürze und Zucker seien Tabu. „Das vertragen Hunde nicht. Besser ist Dinkel-, Mais- oder Reismehl, vor allem für sensible Hunde.“ Alle Bestandteile muss sie von einem Labor analysieren lassen – das schreibt das Tierfuttermittelgesetz vor.

100 Gramm Hundekekse kosten, je nach Sorte, zwischen 2,95 und 3,55 Euro. Jeder Hund darf zunächst probieren, bevor das Herrchen kauft. Zudem verkauft Walloschek selbst genähte Accessoires: Zum Beispiel Leckerlibeutel für unterwegs und Hundespielzeug aus Stoff – mit und ohne Quietscheffekt.

Aber wann findet sie noch Zeit für Handarbeit? „Wenn ich abends meine Familie glücklich gemacht habe, setze ich mich noch mal bis zehn Uhr an die Nähmaschine. Natürlich ist das Stress, aber ein angenehmer.“

Neben den Hundekeksen bietet Walloschek auch Kaffee für die Halter an. Oft seien Hunde in Cafés nicht erwünscht, „Cookies for friends“ sei ein Treffpunkt für Hundebesitzer. Ab Juni werde sie ihre Kekse auch übers Internet (www.cookies-for-friends.de) vertreiben. Zum Schluss verrät sie noch eines ihrer Backgeheimnisse: Sie mischt Petersilie unter die Leberwurst-Kekse. Das hilft gegen Maulgeruch.

Von Bastian Ludwig

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