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Corona-Ärger an Schulen: Viele Lehrer werden an den Pranger gestellt

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Von: Matthias Lohr

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Berufsschule in der Weserstraße: An der Oskar-von-Miller-Schule sorgt der Fall einer Lehrerin für Gesprächsstoff, die geimpfte Schüler als „Gesundheitsunfälle“ bezeichnet haben soll. Archi
Berufsschule in der Weserstraße: An der Oskar-von-Miller-Schule sorgt der Fall einer Lehrerin für Gesprächsstoff, die geimpfte Schüler als „Gesundheitsunfälle“ bezeichnet haben soll. © Lothar Koch

An der Oskar-von-Miller-Schule Kassel beschweren sich Schüler über eine Lehrerin, die gegen Impfungen Stimmung macht. Solche Vorwürfe nehmen zu - sind oft aber oft unberechtigt.

Kassel – An der Oskar-von-Miller-Schule Kassel haben sich mehrere Schüler über eine Lehrerin beschwert, die sich im Unterricht nicht an die Maskenpflicht halte und regelmäßig das Impfen kritisiere. Eine Schülerin berichtete der HNA, dass die Lehrerin oft nur ein Tuch statt einer Maske über Mund und Nase trage, oft auch gar nichts.

In jeder Unterrichtsstunde kritisiere die Frau die Corona-Maßnahmen. Geimpfte Schüler habe sie „Gesundheitsunfälle“ genannt. Zudem habe sie gesagt, dass sich die Leute von der Regierung „verarschen“ lassen würden und man durch das Impfen den Charakter der Menschen sehe.

Corona-Ärger in Kassel - Schule geht den Beschwerden nach

Die Leitung der Berufsschule will sich nicht näher zu dem Fall äußern. Schulleiter Günter Fuchs sagt lediglich: „Die Beschwerden liegen vor. Wir gehen ihnen nach.“ Schulamtsleiterin Annette Knieling erklärt, dass die Schulleitung das Thema „im Sinne des alltäglichen Beschwerdemanagements konsequent verfolgt und bearbeitet“. Und sie versichert: „Die Interessenlagen der Schulgemeinde, aber auch der Betriebe sind dabei im Blick, sodass ich aus dem Sachverhalt für mich aktuell keinen zusätzlichen Handlungsbedarf erkennen kann.“

Zum Fall an der Oskar-von-Miller-Schule konnte Philipp Bender, stellvertretender Sprecher des Kultusministeriums in Wiesbaden am Freitag nichts sagen. Bereits im Dezember hatte er unserer Zeitung wegen eines anderen Falls versichert: „Wir gehen solchen Hinweisen sofort nach. Wenn eine Lehrkraft die Maskenpflicht missachtet, ist das ein Dienstvergehen.“

Corona-Ärger: Immer wieder Beschwerden über Lehrer - oft nichts dran

Mittlerweile gebe es vermehrt Beschwerden. Bender sagt: „Mal ist etwas dran, mal nicht.“ Der Sprecher hat den Eindruck, dass viele Lehrer an den Pranger gestellt würden. So machte im Dezember der Fall einer Lehrerin an der Kasseler Auefeldschule Schlagzeilen. Sie sollte Grundschüler aufgefordert haben, keine Maske zu tragen. Sie selbst habe sich der Maskenpflicht ebenfalls verweigert. Öffentlich gemacht hatte den Fall die damalige Schuldezernentin Ulrike Gote. Im Schulausschuss sagte die Grünen-Politikerin, die mittlerweile Senatorin in Berlin ist: „Das darf auf keinen Fall toleriert werden.“ Offensichtlich waren die Vorwürfe jedoch falsch. Nicole Rudolph, Leiterin der Auefeldschule, sagt: „Es hat sich nicht bestätigt, dass die Kollegin keine Maske getragen hat.“ Man habe die Sache „schulintern“ geregelt.

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Auch beim Schulamt registriert man derzeit einige Beschwerden über Lehrer. Alle würden sorgfältig geprüft, wie Leiterin Knieling sagt: „Der Beamtenstatus setzt Loyalitätspflicht gegenüber dem Dienstherrn voraus. Wir müssen erwarten, dass Beamte im Dienst das erfüllen, was man von ihnen verlangt.“ Allerdings müssten sie auch nicht alles unkritisch hinnehmen.

Knieling ist überzeugt: „In der Regel tragen die Lehrer dazu bei, dass das Staatswesen aufrecht erhalten wird und die Maßnahmen dafür sorgen, dass wir alle bald ein bisschen freier unterwegs sein können.“ (Matthias Lohr)

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