Mehr Restmüll, gelbe Säcke und Altpapier

Corona-Auswirkungen: Kartonflut durch Online-Shopping - Coronakrise sorgt für mehr Müll

Amazon und Co. lassen grüßen: An den Altpapier-Containern werden mehr Kartons weggeworfen – leider oftmals nicht zerkleinert. Andreas Putlitz sorgt dafür, dass alles richtig entsorgt wird. 
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Amazon und Co. lassen grüßen: An den Altpapier-Containern werden mehr Kartons weggeworfen – leider oftmals nicht zerkleinert. Andreas Putlitz sorgt dafür, dass alles richtig entsorgt wird. 

Randvolle Restmülltonnen, mehr gelbe Säcke und jede Menge Kartons am Altpapiercontainer: Die Coronakrise schlägt sich auch auf das Abfallaufkommen in Stadt und Kreis Kassel nieder.

Kassel – Dadurch, dass viele Menschen im Homeoffice arbeiten oder die Kinder zuhause betreuen, haben vor allem die klassischen Haushaltsabfälle zugenommen. Die Restmülltonnenseien bei der Leerung deutlich voller als üblich, berichten die Entsorgungsbetriebe. So gab es in Kassel während der Ausgangsbeschränkungen in der Spitze bis zu 10 Prozent mehr Restabfälle, sagt Birgit Knebel von den Stadtreinigern.

Zudem haben die Menschen deutlich mehrGelbe Säcke mit Verpackungsmüll gefüllt. Während in Kassel bis zu 10 Prozent mehr eingesammelt wurden, verzeichnet die Abfallentsorgung im Kreis Kassel eine 20-prozentige Steigerung bei den sogenannten Leichtverpackungen. Dabei falle auch der Trend zu Take-away-Mahlzeiten und Fertiggerichten ins Gewicht, vermutete Eigenbetriebsleiter Uwe Pietsch.

Während sich die Haushaltsabfälle im Zuge der Lockerungen und Rückkehr an die Arbeitsplätze langsam wieder dem Normalmaß näherten, so Pietsch, bemerke man beim Altpapiersogar eine weitere Steigerung. Hier hätten sich die Mengen um 20 bis 30 Prozent erhöht. „Zalando und Amazon lassen grüßen“, sagt Pietsch. Die voluminösen Kartons würden leider vielfach nicht zerkleinert, sodass die Container schnell voll seien. Dann würden Kartons oft einfach daneben gestellt. Die Altpapier-Touren dauerten dadurch derzeit länger als sonst, berichtet Pietsch.

Die „Beilagen“, wie es im Abfalljargon heißt, neben den Sammelstellen sind nach Angaben der Stadtreiniger auch in Kassel ein Problem. Was die Gesamtmengen betrifft, sei das Papiermüllaufkommen aber stabil – womöglich, weil der Anstieg bei den Privathaushalten durch weniger Papiermüll aus dem gewerblichen Bereich ausgeglichen werde.

Dafür gebe es aber deutlich mehr Straßenabfälle. Das liege nicht nur an achtlos weggeworfenen Masken, sondern vor allem an „Wildablagerungen“ von Sperrmüll oder anderen Abfällen von Privatleuten, die offenbar entrümpelt haben. Auch die Wälder sind vermehrt als Müllhalden missbraucht worden, wie Hessen Forst berichtet.

Dabei haben die Recyclinghöfe wieder regulär geöffnet. „Da ist der Teufel los“, sagt Uwe Pietsch für den Landkreis Kassel. Die Zahl der Selbstanlieferungen sei stark gestiegen. Am Standort Lohfelden habe es an einem Tag 400 Anlieferungen gegeben. Aktuell seien es um die 250 Kunden am Tag, was immer noch mehr sei als üblich.

Auch auf den Kasseler Recyclinghöfen fällt den Mitarbeitern auf, dass momentan viel Sperrmüll und Elektrogeräte, aber auch Bauschutt vorbeigebracht werden. Die Coronazeit wird offenbar immer noch zum großen Ausmisten und Renovieren in den eigenen vier Wänden genutzt.

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