Parks der MHK besonders betroffen

Corona befeuert Vandalismus: Polizei registriert Zunahme von mutwilligen Beschädigungen

Hat stark gelitten: Altstadtmodell auf dem Friedrichsplatz war verunreinigt und beschädigt worden. Dies kritisieren auch Gästeführerin Claudia Panetta-Möller und Jörg Sperling vom Verein Freunde des Stadtmuseums.
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Hat stark gelitten: Altstadtmodell auf dem Friedrichsplatz war verunreinigt und beschädigt worden. Dies kritisieren auch Gästeführerin Claudia Panetta-Möller und Jörg Sperling vom Verein Freunde des Stadtmuseums.

Corona ist nicht nur schädlich für die Gesundheit. Der mit der Pandemie verbundene Frust und die Perspektivlosigkeit in einzelnen Bevölkerungsgruppen haben offenbar für eine Zunahme von Vandalismusschäden in Kassel geführt.

Kassel - So gab es 2020 und 2021 steigende Fallzahlen, wie die Polizei mitteilt. Betroffen waren Autos, Häuser, Denkmäler und Bäume. Polizeiliche Statistiken bilden wegen der Dunkelziffer nur ein Teil des Problems ab. Dennoch tauchen in der Kriminalstatistik für vergangenes Jahr 202 angezeigte Fälle von Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum auf. Hinzu kamen 683 Beschädigungen an Autos. „Ein wesentlicher Anteil davon sind nach polizeilicher Erfahrung Vandalismus-Fälle“, so ein Polizeisprecher. Im Vergleich zu 2018 betrug der Anstieg fast zehn Prozent. Für 2021 liegen noch keine endgültigen Zahlen vor, aber seine Kollegen registrierten eine weitere Zunahme, so der Polizeisprecher.

Zu spüren bekommt das etwa die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). „Der Vandalismus an und in unseren Liegenschaften hat speziell seit dem letzten Jahr zugenommen. Die Häufigkeit und Intensität zeigt sich insbesondere an den Parks, die rund um die Uhr begehbar und in ihrer Größe kaum flächendeckend überwacht werden können“, sagt ein MHK--Sprecher. Prominentes Beispiel waren die Zerstörungen am Ehrenmal in der Karlsaue.

Die MHK kann die Schäden noch nicht beziffern. Im Auepark gebe es viele Graffitis und im Bergpark Wilhelmshöhe würden immer wieder Mountainbiker quer durch den Park fahren, illegale Strecken in den Wäldern bauen und dabei Absperrungen und Beschilderungen zerstören.

An der Uni Kassel zeigt sich ein anderes Bild. Die Schäden durch Vandalismus sind in den letzten zwei Jahren deutlich rückläufig gewesen. Dennoch liege der jährliche Schaden bei 50 000 Euro, so ein Uni-Sprecher. Den Rückgang erklärt er mit der coronabedingten Schließung der Hochschule und dem Einsatz von mehr Wachpersonal.

Die Stadt Kassel verzeichnet an ihren Gebäuden und Objekten ebenfalls weniger Vandalismusschäden. 2020 waren es 138 Fälle mit einem Gesamtschaden von 126 000 Euro. Damit haben sich die Schäden in 15 Jahren mehr als halbiert. In den Schulferien würden sich die Fälle aber meist häufen.

Die Wohnungsbaugesellschaften GWG und GWH machen die Erfahrung, dass ihre Investitionen ins Wohnumfeld zu weniger Vandalismus führen. (Bastian Ludwig)

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