Bäderchef zieht Corona-Zwischenbilanz - weitere Lockerungen für Badegäste offen

Corona bremst Rutschenspaß im Kasseler Auebad aus

Bäderchef Jens Herbst hofft, die Turbo-Rutsche bald einweihen zu können: Neben der Reifenrutsche (rechts) wurde 2020 die neue Rutsche im Auebad montiert.
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Bäderchef Jens Herbst hofft, die Turbo-Rutsche bald einweihen zu können: Neben der Reifenrutsche (rechts) wurde 2020 die neue Rutsche im Auebad montiert.

Mit Hochgeschwindigkeit ins Wasser: Darauf müssen die Gäste des Kasseler Auebades noch eine Weile warten. Denn die vor einem Jahr neu installierte Turbo-Rutsche konnte wegen Corona immer noch nicht eingeweiht werden.

Kassel - Im Rutschenturm sei es nicht möglich, die Abstände einzuhalten, so Bäderchef Jens Herbst. Darüber hinaus laufe der am 9. Juni wieder gestartete Betrieb in den Kasseler Bädern zwar eingeschränkt, aber weitestgehend reibungslos.

Wer in den vergangenen Wochen die Kasseler Freibäder besuchte, durfte sich dort nicht wie eine Sardine in der Dose fühlen. Wo sich vor Ausbruch von Corona an schönen Sommertagen zwischen 3000 und 5000 Menschen tummelten, schwimmen und planschen aktuell nie mehr als 250 Badegäste gleichzeitig. Im Inneren des Auebades sind es sogar nur 150.

Das liegt daran, dass die Gäste – wie schon in der vergangenen Saison – ein festes Zeitfenster online buchen müssen. Ein Spontanbesuch ist zwar auch möglich, aber in dem Fall riskiere man, vom Kassenpersonal abgewiesen zu werden, so Herbst. Außerdem entfalle bei der Online-Reservierung die Registrierung vor Ort. Ein Corona-Test ist wegen der gesunkenen Infektionszahlen zwar nicht mehr verpflichtend, wird aber empfohlen.

Die Beschränkung der Besucherzahlen wirkt sich deutlich auf die Zahlen der Bäder aus. Zählten die Städtischen Werke im Juni 2019 in allen Kasseler Bädern noch insgesamt 126 500 Badegäste, so waren es im Juni 2021 nur 34 300. Im Juni vergangenen Jahres waren es noch viel weniger, weil nur die Hallenbäder für die Vereinsschwimmer geöffnet waren. Erst ab Juli 2020 hatten alle Zutritt.

Obwohl deutlich weniger Badegäste zu betreuen sind, habe sein Personal genug zu tun, so Herbst. Denn die Corona-Pandemie sorge für Mehrarbeit: So müssten nach jedem Zeitfenster etliche Bereiche des Bades desinfiziert werden, bevor die nächsten Gäste kommen können. Auch die Aufsicht sei intensiver, weil Besucher immer wieder auf die Abstandsregeln hingewiesen werden müssten. Selbst wenn nur hundert Gäste gleichzeitig badeten, sei das manchmal gar nicht so einfach. Da appelliere man auch an die Eigenverantwortung der Menschen.

Weil wegen der Delta-Variante unklar sei, wie sich die Corona-Pandemie weiterentwickele, soll es in den städtischen Bädern vorerst keine weiteren Öffnungsschritte geben. Rutsche und auch Saunabereich im Auebad bleiben geschlossen. Auch für den Saunabereich mit den engen Fluren gelte, dass Abstände schwer einzuhalten seien, sagt Herbst.

Am heutigen Montag wird das Auebad acht Jahre alt. Eine Feier ist wegen Corona aber nicht möglich. Wenn es das Wetter zulässt, soll die eigentlich Anfang September endende Freibadsaison wieder bis Mitte September verlängert werden. (Bastian Ludwig)

Online-Reservierungen: www.kassel-baeder.de

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