Folgen der Coronavirus-Pandemie

Massiver Einbruch wegen Corona: Bierbrauer in der Krise - Eine Brauerei plant besondere Aktionen

Kai Salzmann, Geschäftsführer der Baunataler Hütt-Brauerei
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Die Corona-Krise trifft auch die Baunataler Hütt-Brauerei. Geschäftsführer Kai Salzmann appelliert an die Kunden, lokale Anbieter zu unterstützen.

Die Corona-Krise sorgt bei den Brauereien in der Region Kassel für einen massiven Einbruch beim Bierabsatz. Eine Brauerei plant besondere Aktionen.

Kassel/Einbeck/Eschwege – Geschlossene Kneipen und Restaurants, abgesagte Veranstaltungen und Feste: Die Corona-Krise sorgt bei den Brauereien in der Region für einen massiven Einbruch beim Bierabsatz. Wie nahezu jedes privatgeführte Unternehmen in Deutschland, spüre auch Hütt die Auswirkungen der Corona-Pandemie, teilt das Baunataler Unternehmen mit.

„Durch den Wegfall der sonst relativ stabilen und dadurch vorhersehbaren Nachfrage aus dem Gastronomiebereich sind auch unsere Absatzzahlen rückläufig. Damit einher geht selbstverständlich ein gewisser Umsatzeinbruch.“

Besonders träfen Hütt die Rückgänge beim Fassbier wegen fehlender Veranstaltungen im Bereich des Vereinssponsorings der Brauerei und die nicht stattfindende HNA Wiesn 2020. „In der Spitze verzeichnen wir dort ein Defizit von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.“

Wegen Corona: Bierabsatz bricht ein - Mitarbeiter in Kurzarbeit

Die Brauerei habe ihre aktuell 35 Mitarbeiter teilweise in Kurzarbeit geschickt und die Produktion der gesunkenen Nachfrage angepasst sowie Überbrückungshilfe II für den Zeitraum September bis Dezember beantragt.

Der Corona-Krise will Hütt überdies mit neuen Sorten trotzen, die gerade entwickelt werden. Zudem plant die Brauerei einen Drive-In-Nikolausabverkauf. Dabei könnten die Kunden zu Hütt kommen und sich ihr Wunschbier unter Berücksichtigung der geltenden Abstandsregelungen zu ihrem Fahrzeug bringen lassen. Dem Weihnachtsgeschäft sieht die Brauerei dennoch skeptisch entgegen, da derzeit nur kleinste persönliche Feiern und keinerlei Betriebsfeiern möglich sind. Der Appell von Hütt-Geschäftsführer Kai Salzmann: „Drink local“ – Trinken Sie lokal.

Brauereien leiden massiv unter Corona-Pandemie

„Wir haben massiv unter der Corona-Krise zu leiden“, sagt auch der Pressesprecher der Einbecker-Brauerei Ulrich Meiser. Aufgrund der Schließung von Gastronomien und Kneipen sei der Fassbierverkauf in diesem Jahr um etwa die Hälfte eingebrochen. Der Flaschenbier-Verkauf habe hingegen leicht zugenommen. Da die Margen dort aber geringer seien, gleiche das den Verlust finanziell nicht aus. Dabei habe die Einführung des neuen alkoholfreien naturbelassenen Biermischgetränks Hopfenfrucht geholfen, das trotz Corona an den Markt gebracht worden und gut angelaufen sei.

Wegen der Krise habe das Unternehmen mit rund 150 Beschäftigten je nach Funktion Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. „Der Gastronomie-Außendienst etwa war monatelang faktisch arbeitslos. Die Brauereibesichtigungen wurden im März sofort eingestellt“, erläutert Meiser. Mitarbeiter aus der Fassabfüllung seien in der Flaschenabfüllung eingesetzt worden. Neben dem Instrument der Kurzarbeit habe Einbecker keine staatlichen Hilfsangebote wahrgenommen.

Wegen Corona: Keine Hoffnung auf Weihnachtsgeschäft

Auf das Weihnachtsgeschäft hofft auch Meiser nicht. „Das wird wohl auch schwer in Mitleidenschaft gezogen werden.“ Nicht zuletzt auch, weil das Winterbock der Brauerei gerne auf Weihnachtsmärkten angeboten wird, die in diesem Jahr ausfallen.

Auch die Eschweger Klosterbrauerei trifft die Corona-Krise hart. „Im Fassbierabsatz haben wir massive Umsatzeinbrüche durch die Einschränkungen für die Gastronomie und den Wegfall der Festveranstaltungen. Allen voran die Stadtfeste, Kirmessen, Erntefeste aber auch die Geburtstagsfeiern und Hochzeiten fehlen“, sagt Vertriebsleiter Henrik Stelzner. Einschränkungen im Vereinsleben und nicht stattfindende Sportveranstaltungen führten auch zu Absatzrückgängen beim Flaschenbier.

Die Konsequenz: Kurzarbeit für die 33 Mitarbeiter und eine gedrosselte Produktion. Auch Stelzner hofft nicht auf das Weihnachtsgeschäft: „Unsere Gastro-Kunden leiden erheblich unter den nicht stattfindenden Weihnachtsfeiern, Gänseessen und dann noch folgenden fehlenden Silvesterpartys. Hier leiden wir als Brauerei natürlich entsprechend mit.“ (Nicole Schippers)

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