Corona in Kassel

Eltern müssen draußen bleiben: Kitas starten nach Corona-Pause mit eingeschränktem Normalbetrieb

Corona in Kassel: Sind froh, wieder in der Kita zu sein: Erzieherin Kristin Mohnhaupt (von links), Natalie, Johan, Jonis, Erzieherin Anastasia Kamsa und Sarah.
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Corona in Kassel: Sind froh, wieder in der Kita zu sein: Erzieherin Kristin Mohnhaupt (von links), Natalie, Johan, Jonis, Erzieherin Anastasia Kamsa und Sarah.

Nach der Corona-Pause starten die Kitas in Kassel wieder mit dem Normalbetrieb. Allerdings nur eingeschränkt unter Auflagen. 

  • Kitas in Kassel startet nach der Corona-Pause wieder mit eingeschränktem Normalbetrieb.
  • „Elternfreie Zone“ in Kita in Kassel.
  • Sicherheitsabstand kann nicht immer eingehalten werden.

Kassel - Fast zweieinhalb Monate waren die Kindertagesstätten wegen Corona im Notbetrieb. Seit gestern können deutlich mehr Kinder die Kitas besuchen. Aber wie ist es gelaufen? Wir waren vor Ort.

Im Vorfeld gab es viele Sorgen: Würden die Kinder mit den Erziehern nach so langer Pause fremdeln? Halten sich die Eltern an die Abstands- und Hygieneregeln? Und wie geht das Personal mit der Situation um?

Corona in Kassel: Eingeschränkter Regelbetrieb in Kitas

Nachdem gestern der sogenannte eingeschränkte Regelbetrieb gestartet ist, haben sich viele dieser Bedenken in Luft aufgelöst. „Es lief wirklich gut an. Besser als gedacht“, sagt Björn Schanz, Leiter des Hopla-Kinderhauses, das vom Studierendenwerk Kassel betrieben wird. 

So kam es um 9 Uhr beispielsweise nicht zu großen Menschenansammlungen bei der Übergabe der Kinder. „Wir mussten zwar das ein oder andere Elternteil bitten, kurz zu warten, aber das hielt sich alles in Grenzen“, sagt Schanz.

Corona in Kassel: Nur mit Maske in den Kindergarten

Das Hopla-Kinderhaus in Kassel hatte den Tag akribisch vorbereitet. So durften die Eltern nur mit Maske in den Kindergarten und auch nur bis zur Eingangstür der einzelnen Gruppen – dahinter war die „elternfreie Zone“ ausgeschildert. 

Damit es beim Holen und Bringen nicht zu Begegnungen mit anderen Eltern kam, wurden im Foyer fünf Vasen mit je einer Papierblume aufgestellt – wobei jede Blume für eine der fünf Gruppen stand. Nur wenn eine Papierblume in der Vase steckte, durften die Eltern mit dieser bis zum Eingang der Gruppe gehen.

Corona in Kassel: Kitastart läuft reibungslos

Das Bringen der Kinder verlief ziemlich reibungslos. Fast alle Kinder seien gut in ihren Gruppen angekommen. „Alle sind froh, wieder da zu sein“, sagt Schanz. Bislang habe nur ein einziges Kind aus der Krippe etwas mehr Unterstützung bei der Wiedereingewöhnung gebraucht.

Von Normalität kann in der Einrichtung an der Moritzstraße in Kassel aber noch keine Rede sein. So waren am Dienstag (02.06.2020) statt der sonst 74 Kinder nur 20 in der Kita. Neben Eltern mit Anspruch auf Notbetreuung haben aktuell nur Eltern von Vorschulkindern, von Kindern mit Sprachförderbedarf und in Härtefällen eine Betreuungsgarantie für ihren Nachwuchs.

Corona in Kassel: Kinder fünf Stunden pro Tag betreut

Das Hopla-Kinderhaus hat aber noch freie Kapazitäten und will etwa die Hälfte der 74 Plätze kurzfristig belegen. Anfragen gebe es bereits. „Wir sind im Gespräch mit den Eltern, um den jeweiligen Bedarf abzustimmen“, sagt Schanz. 

Im Schnitt würden die Kinder fünf Stunden pro Tag betreut – wobei Kontakte zu den anderen Kita-Gruppen unterbunden würden. „Wir wollen so wenig Austausch wie möglich. Das gilt auch für das Personal.“ Noch sei die Hälfte seiner Mitarbeiter freigestellt.

Corona in Kassel: Personal verzichtet auf Masken

Dem Personal im Hopla-Kinderhaus ist es selbst überlassen, ob es Masken trägt. Nur im Kontakt mit den Eltern sind diese Pflicht. „Meine Kollegen verzichten alle auf Masken“, so Schanz. Ihnen sei aber klar, dass man bei der Betreuung der Kinder nicht immer den Sicherheitsabstand einhalten könne. Demnächst sollten Gesichtsvisiere als Alternative zur Maske getestet werden.

Während einige Kitas bislang noch kein Mittagessen anbieten können, gab es dies im Hopla-Kinderhaus auch während des reinen Notbetriebs. Zuerst wurde in der Kita selber gekocht, inzwischen läuft die Belieferung durch die Uni-Mensa wieder.

Corona in und um Kassel: Zeitweise Betreuung soll gewährleistet werden

Offenbar hatten sich auch die anderen Kitas gut auf die Situation eingestellt. „Heute gab es wenige Nachfragen. Den großen Klärungsbedarf hatte es bereits am Freitag gegeben“, sagt Antje Proetel, Geschäftsführerin des Dachverbandes der freien Kitas in Kassel (Dakits). 

Mehrere Kitas in Kassel würden inzwischen bereits für alle Eltern ein Angebot machen. „Zwar nicht für alle Tage und auch nicht für die volle Zeit, aber zumindest eine zeitweise Betreuung, die am Bedarf der Eltern orientiert ist“, sagt Proetel.

Von Bastian Ludwig

Alle aktuellen News und Zahlen finden Sie in unserem neuen Ticker zu Corona in Kassel.

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