Mietrecht

Corona in Kassel: So sollen Mieter geschützt werden

Vorerst keine Kündigungen: Gesetz schafft Sicherheit für Mieter in Kassel während der Corona-Krise.
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Vorerst keine Kündigungen: Gesetz schafft Sicherheit für Mieter in Kassel während der Corona-Krise.

Wer wegen der Coronakrise seine Miete nicht zahlen kann, soll geschützt werden - zumindest vorerst.

  • Mieter sollen während der Corona-Pandemie stärker geschützt werden.
  • Das neue Gesetz soll in wenigen Tagen verabschiedet werden.
  • Grundsätzliche Pflicht zur Mietzahlung soll unberührt blieben.

Kassel – Wer in Folge der Coronakrise in eine wirtschaftliche Notlage gekommen ist, soll sich zumindest um seine Wohnung keine Sorgen machen müssen. Noch im Laufe dieser Woche soll ein Gesetz auf den Weg gebracht werden, nach dem Kündigungen wegen Zahlungsverzugs vorerst nicht zulässig sind.

Dies gilt zunächst für Mietzahlungen im Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni. Betroffene Mieter sollen zwei Jahre Zeit haben, die ausgefallene Miete nachzuzahlen.

Corona: Stärkerer Schutz für Mieter in Kassel

„Wir halten diese geplante Regelung für wichtig, auch wenn wir uns einen längeren Zeitraum gewünscht hätten“, sagt Maximilian Malirsch, Geschäftsführer des Mieterbundes Nordhessen. Malirsch stellt klar, dass von dem Gesetz die grundsätzliche Pflicht zur Mietzahlung unberührt sei. 

Maximilian Malirsch vom Mieterbund Nordhessen.

Es seien zwar keine Kündigungen möglich, aber die Mieten müssten zu einem späteren Zeitpunkt bezahlt werden. Wer infolge von Corona große finanzielle Probleme habe, solle sich an seinen Vermieter wenden, um eine Lösung zu suchen.

Corona in Kassel: Eigentümergemeinschaft sieht Plan mit gemischten Gefühlen

Bei der Eigentümergemeinschaft Haus & Grund in Kassel sieht man die Pläne mit gemischten Gefühlen. „Viele Vermieter haben Verständnis für die Situation. Aber gerade private Vermieter sind auf regelmäßige Mietzahlungen angewiesen“, sagt Wolfram Kieselbach, Vorsitzender von Haus & Grund. 

Betroffene Mieter sollten auf jeden Fall nicht ohne Absprache mit ihrem Vermieter Zahlungen einstellen oder kürzen. Der Staat sei gefordert, den betroffenen Menschen mit Wohnzuschüssen unter die Arme zu greifen. Es könne nicht sein, dass Vermieter das Problem ausbaden müssen.

Coronakrise: Große Vermieter in Kassel wollen vorerst auf Kündigungen verzichten 

Unterdessen haben die großen Vermieter in Kassel wie dieGWH, Nassauische Heimstätte/ Wohnstadt und Vonovia zugesagt, bis auf Weiteres auf Mietererhöhungen und Kündigungen zu verzichten. Räumungen werde es nicht geben. Die GWG wolle Mieterhöhungen allerhöchstens „mit Augenmaß“ durchführen, so GWG-Chef Peter Ley. Mieter in Notlagen werden gebeten, sich zur Vereinbarung von Ratenzahlungen oder Stundungen mit ihrem jeweiligen Vermieter in Verbindung zu setzen.

Alle wichtigen Entwicklungen zur Coronakrise in Kassel gibt es in unserem Ticker - unter anderem: Lehrer der Herderschule in Kassel haben einen Brandbrief nach Wiesbaden geschickt. Sie kritisieren das Festhalten an den Abiturprüfungen während der Corona-Krise - auch in Kassel.

Video: Mietern soll wegen des Coronavirus nicht gekündigt werden dürfen

Von Bastian Ludwig

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