Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt

Wegen Corona: Zahl der Arbeitslosen in der Region Kassel steigt deutlich

Corona in Kassel: Besonders betroffen - Vor allem im Gastgewerbe brachen im Mai erneut viele Stellen weg. Restaurants und Cafés mussten lange schließen und dürfen auch jetzt nur eine begrenzte Zahl an Gästen bedienen.
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Corona in Kassel: Besonders betroffen - Vor allem im Gastgewerbe brachen im Mai erneut viele Stellen weg. Restaurants und Cafés mussten lange schließen und dürfen auch jetzt nur eine begrenzte Zahl an Gästen bedienen.

Corona in Kassel: Die Krise hat deutliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen steigt. Auch Berufseinsteiger sind betroffen.

  • Die Corona-Krise hat große Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. 
  • Die Zahl der Arbeitslosen in Kassel steigt im Vergleich zum Vorjahr.
  • Auch im Gastgewerbe brachen viele Stellen in Kassel weg. 

Kassel – Der regionale Arbeitsmarkt hat weiter mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Die Arbeitslosenquote stieg im Bezirk der Agentur für Arbeit Kassel von April auf Mai um 0,3 Punkte auf 6,4 Prozent. 

Besonders der Vorjahresvergleich zeigt die deutlichen Spuren, die die Krise hinterlässt: Die Behörde zählt ein Viertel mehr Arbeitslose als im Mai 2019. „Der Komplettausfall der üblichen Frühjahrsbelebung spiegelt sich in diesem eklatanten Anstieg wider“, sagt Michael Schubert, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Kassel.

Corona in Kassel: Zuwachs an Arbeitslosenversicherungen

Die Behörde in Kassel verzeichnet während der Corona-Krise vor allem im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I) mit 47,1 Prozent einen enormen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. „Wir haben erhöhte Zugänge aus der Erwerbstätigkeit heraus und gleichzeitig deutlich weniger Leistungsempfänger, die wir in Arbeit oder in Maßnahmen vermitteln konnten“, erläutert Schubert. 

Corona in der Region Kassel: Zahl der Arbeitslosen steigt 

Besonders betroffen waren wegen Corona demnach der Handel, das Gastgewerbe, die Instandhaltung und Reparatur von Kfz sowie Zeitarbeitsfirmen. Im Bereich des Arbeitslosengeldes II (Hartz-IV), das in der Zuständigkeit des Jobcenters der Stadt Kassel liegt, stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich um 13,5 Prozent.

Corona in Kassel: Die Zahl der Arbeitslosen steigt während der Pandemie.

Corona in Kassel: Auch Stellenangebote gingen zurück

Der Bestand offener Stellen ging der Arbeitsagentur zufolge trotz einiger Neumeldungen im Vergleich zum Vorjahr um knapp 35 Prozent zurück. Insgesamt zählte die Behörde im Mai 2729 Offerten. Davon waren 864 neu gemeldete Stellen. 

„Das ist ein kleines bisschen besser als noch im April mit 523 Neumeldungen, aber ein Rückgang um fast ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr“, so Schubert. Gleiches gelte für bestehende Stellenangebote während Corona in Kassel. Der Rückgang zieht sich dem Arbeitsmarktexperten zufolge durch alle Branchen. „Die wirtschaftliche Unsicherheit lähmt die Bereitschaft, Mitarbeiter neu einzustellen.“

Corona in und um Kassel: Berufseinsteiger besonders betroffen

Besonders betroffen von dieser Lähmung sind wegen Corona laut Schubert neben Arbeitslosen auch Berufseinsteiger in Kassel. Sowohl die Zahl der freien Ausbildungsstellen als auch die der Bewerber sind leicht rückläufig. 

Derzeit stehen in der Statistik der Arbeitsagentur fast 3000 Bewerber 3050 freien Ausbildungsstellen gegenüber. „Die Arbeitgeber sind momentan etwas zögerlicher bei Einstellungen von Auszubildenden. Sie verschieben Entscheidungen auf später, weil sie zunächst die weitere Entwicklung abwarten wollen.“

Corona in Kassel: Mangel an Ausbildungskräften

Schubert warnt davor, in der Ausbildung künftiger Fachkräfte nachzulassen. Sie seien schon vor der Corona-Krise händeringend in Kassel gesucht worden und auch hinterher werde es an ihnen mangeln. „Ein Nachlassen in den Bemühungen ist dann nicht mehr aufzuholen.“

Von Nicole Schippers

Die neuesten Entwicklungen zu Corona in Kassel gibt es im News-Ticker.

Auch in Hofgeismar steigt die Zahl der Arbeitslosen wegen Corona*. Die Quote stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 4,8 Prozent.

In der Corona-Krise kommen immer mehr Verschwörungstheoretiker* zum Vorschein. Eine der Galionsfiguren der Skeptiker kommt aus der Nähe von Kassel. 

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