Die meisten Veranstaltungen finden digital statt

Corona erschwert Erstis an der Uni Kassel den Start

Die Erstsemester Luisa Mävers (von links), Olivie Novak, Tutorin Sara Degen und Noémie Seroc machen einen Rundgang über den Campus, dabei tragen sie Masken.
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Erster Rundgang auf dem Campus: Die neuen Lehramtsstudentinnen Luisa Mävers (von links), Olivie Novak, Tutorin Sara Degen und Noémie Seroc.

Kassel –Zu Semesterbeginn ziehen üblicherweise fröhliche Horden von Studienanfängern über den Campus und durch die Stadt. Nicht so im ersten Wintersemester unter Corona-Bedingungen.

Nur vereinzelt oder in kleinen Gruppen sind in diesen Tagen Erstis an der Universität unterwegs. Pandemiebedingt findet der Start ins Studentenleben weitgehend digital statt.

Nach etlichen Video-Konferenzen in der Einführungswoche waren Luisa Mävers, Olivie Novak und Noémie Seroc gestern erstmals analog an der Uni unterwegs. Mit Tutorin Sara Degen machten die Lehramtsstudentinnen einen Rundgang über den Campus – natürlich mit Maske und Abstand. Zwar seien alle Informationen, die man in den Online-Veranstaltungen bekomme, sehr hilfreich, sagt Novak, die aus Fulda hergezogen ist. „Man merkt, dass alle versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.“ Aber neue Kontakte zu knüpfen, sei virtuell doch schwierig.

Luisa Mävers, die ihr Abitur in Detmold auch schon unter Corona-Bedingungen gemacht hat, ist in ihrer kleinen Studentenwohnung bisher viel allein gewesen. „Ein bisschen langweilig ist es schon“, gibt die 19-Jährige zu. Noémie Sauroc, die von La Réunion stammt, ist froh, in ihrer WG einen Mitbewohner zu haben, der sich sogar in Kassel schon auskennt.

Trotzdem freuen sich die drei Erstis auf ihr Studium und hoffen, dass das sprichwörtliche Studentenleben in den nächsten Jahren nachgeholt werden kann. In diesem Semester wird die Lehre vorwiegend digital stattfinden. Auch Necati Karalar, der in ein Masterstudium startet, findet es „schon nervig“, dass man nicht ohne Weiteres Kontakte knüpfen kann.

Am Info-Stand der Allgemeinen Studienberatung im Campus Center trifft er mit Fabia Ruhe eine der wenigen Ansprechpartnerinnen in Fleisch und Blut. Sie merke in diesem Jahr eine größere Verunsicherung zu Studienbeginn, sagt Ruhe. Jenen, die kommen, versuche sie, neben Tipps und praktischer Hilfe, wenn nötig auch ein bisschen Zuversicht zu vermitteln. „Ich schätze aber, viele verzweifeln gerade auch vor ihren Displays.“

Die Kasselerin Marisa Bernat-Spada ist froh, dass sie mit Familie und Freunden im Rücken in ihr Studium der Sozialen Arbeit starten kann. Die 22-Jährige bedauert zwar die Corona-Einschränkungen, aber: „Ich finde es besser so, als den ganzen Tag mit Mundschutz im Hörsaal zu sitzen.“ Die erste Anschaffung im Studienalltag steht für sie schon fest: ein neuer Tablet-PC. Er wird der wohl wichtigste Begleiter in ihrem ersten Semester.

Von Katja Rudolph

Information von Angesicht zu Angesicht: Necati Karalar am Stand der Studienberatung bei Fabia Ruhe.

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