Impfzentrum in Kassel

Corona in Hessen: An „Praxistagen“ soll medizinisches Personal geimpft werden – Impfstoff von Astrazeneca

Im Impfzentrum Kassel sollen demnächst auf Personen aus der Priorisierungsgruppe 2 gegen Corona geimpft werden.
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Im Impfzentrum Kassel sollen demnächst Personen aus der Priorisierungsgruppe 2 gegen Corona geimpft werden.

Wie in ganz Hessen starten auch in Kassel die Corona-Impfungen für die Gruppe 2. Die „Praxistage“ sollen ab kommendem Wochenende im Impfzentrum stattfinden.

  • Die Corona-Schutzimpfung wird in Hessen nun auch bei der zweiten Risikogruppe durchgeführt.
  • Wer zu der zweiten Impf-Gruppe gehört, soll ab dem 05. März 2021 eine Spritze bekommen.
  • Ärzte und medizinisches Personal können sich ab Freitag (26.02.2021) impfen lassen - auch wurde ein Zeitplan für Lehrkräfte und Kita-Personal festgelegt.

Update vom Mittwoch, 24.02.2021, 17.30 Uhr: Das Land Hessen änderte nun die Terminvergabe, damit weitere 1,5 Millionen Menschen aus der Priorisierungsgruppe 2 sich demnächst impfen lassen können. In Kassel können Ärzte und medizinisches Personal aus der zweiten Gruppe am kommenden sowie am darauffolgenden Wochenende im Impfzentrum eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten.

Geimpft wird mit dem Wirkstoff von Astrazeneca. Das teilte Christian Geselle, Oberbürgermeister von Kassel, in einer offiziellen Pressemitteilung mit. Die ersten Arzt- und Zahnarztpraxen im Stadtgebiet wurden bereits benachrichtigt - insgesamt sollen 650 Praxen kontaktiert werden.

Corona-Pandemie in Kassel: Zeitplan für Lehrkräfte und Kita-Personal

Außerdem wurde ein Zeitplan für Lehrkräfte und Kita-Personal festgelegt: Lehrer in Grund- und Förderschulen in Kassel sowie Personal aus der Kindertagesbetreuung sollen demnach früher geimpft werden, als ursprünglich vorgesehen. Diese sind nach einem Bund-Länder-Beschluss in die Gruppe 2 der Corona-Impfpriorität aufgerückt.

„Wir wollen diesen Berufsgruppen noch in den ersten März-Wochen ein Impfangebot machen, um auch der Unsicherheit mit Blick auf den Infektionsschutz entgegenzuwirken. Sie können im Kasseler Impfzentrum ebenfalls mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft werden“, so Geselle.

Corona-Impfungen in Kassel: „Praxistage“ starten ab Freitag (26.02.2021) - Impfzentrum rüstet auf

In den kommenden Tagen sollen Mitarbeiter aus den 36 städtischen Kitas und 113 Kindertageseinrichtungen freier Träger, 90 Tagesmütter- und väter sowie 1.300 Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen zu der Impfbereitschaft befragt werden. „Das Impfzentrum Kassel ist bereit für die nächste Impfgruppe“, erklärte Oberbürgermeister Geselle.

Allein am kommenden Wochenende könnten im Rahmen der sogenannten „Praxistage“ circa 2.900 Impfungen mit dem Wirkstoff Astrazeneca in Kassel verabreicht werden. Diese werden parallel zu den Corona-Impfungen der höchsten Priorisierungsgruppe laufen.

„Im Impfzentrum werden wir dafür weitere Impfstraßen öffnen und zusätzliches Personal bereitstellen“, sagte Geselle. Zudem sollen die Öffnungszeiten für die „Praxistage“ ausgeweitet werden. „Dieses Impfangebot ermöglicht dem medizinischen Personal der Arztpraxen jetzt bei unmittelbarem Patientenkontakt noch besseren Schutz gegen das Virus“, so Geselle. Von Freitag (26.02.2021) bis Sonntag (28.02.2021) sollen über 4.000 Menschen im Impfzentrum eine Corona-Impfung erhalten.

Corona-Impfungen in Kassel: Personen aus Gruppe 2 sollen ab 5. März geimpft werden

Erstmeldung vom Dienstag, 23.02.2021, 11 Uhr: Kassel - Für weitere 1,5 Millionen Hessen ist am Dienstag der Startschuss zur Anmeldung für eine Corona-Impfung gefallen. Allerdings haben noch nicht mal alle Berechtigten der ersten Gruppe einen Termin.

Weil es mehr Impfdosen, unterschiedliche Impfstoffe und eine große Heterogenität der zweiten Impfgruppe gibt, werden für die Berechtigten der Gruppe 2 künftig Termine zugewiesen, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) in Wiesbaden. Wer den zugewiesenen Terminvorschlag nach der Registrierung nicht annehmen wolle, könne diesen umbuchen. Ab dem 5. März sollen die ersten Impfungen für die Priorisierungsgruppe 2 in Hessen - und damit auch für Berechtigte aus Stadt und Kreis Kassel - beginnen. Alle Informationen zu Corona in Kassel finden Sie im aktuellen News-Ticker.

Corona in Kassel: Wer zur zweiten Gruppe gehört

Die zweite Corona-Impfgruppe umfasst Senioren im Alter von 70 bis 79 Jahren sowie Menschen mit einem hohen Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Dazu zählen den Angaben zufolge Menschen mit Trisomie 21, Personen mit Lungenkrankheiten sowie Menschen mit Demenz oder schweren psychischen Erkrankungen. Durch ihren Beruf sind auch Ärzte, zahlreiche Pflegeberufe sowie Polizisten impfberechtigt (genaue Auflistung siehe unten).

Corona-Impfungen in Kassel: Auch Lehrer und Erzieher in Kitas sind an der Reihe

Zur zweiten Gruppe in der Impf-Reihenfolge sollen auch Lehrer an Grund- und Förderschulen sowie Erzieher in Kitas zählen. Sobald es eine entsprechende Verordnung gebe, werde dieser Gruppe ein entsprechendes Impfangebot bekommen, sagte Beuth. Es werde überlegt, extra Impftage für die Lehrer und Kita-ErzieherInnen anzubieten. Noch nicht klar ist, was mit Lehrern weiterführender Schulen ist, die ebenfalls in der Schule unterrichten - etwa die Klassen 5 und 6. Für diese startete wie für die Grundschulen gestern der Wechselunterricht.

Die Corona-Schutzimpfung haben bislang vor allem Menschen im Alter von über 80 Jahren sowie Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen sowie Mitarbeiter von Krankenhäusern in Kassel, dem Landkreis und ganz Hessen erhalten. Nach Angaben des Innenministers haben rund 234.000 Personen mit höchster Priorität ihre Erst- und 112.500 ihre Zweitimpfung bekommen.

Video: Die aktuelle Corona-Lage in Hessen am Montag (22.02.2021)

Corona in Kassel: Leser scheitern an Terminbuchung

Allerdings melden sich weiter täglich Leser aus Kassel bei der HNA, die über 80 Jahre alt sind, damit zur ersten Impfgruppe gehören und noch keinen Termin ausmachen konnten - obwohl dies laut Website des Landes Hessen ohne Unterbrechung möglich sei.

Dort heißt es: „Anders als beim ersten Mal, als es angesichts nur sehr begrenzt zur Verfügung stehender Impfstoff-Mengen zunächst nur 60.000 Termine in den sechs regionalen Impfzentren gab, ist die Terminvergabe diesmal nicht limitiert.“ Warum eine Terminvereinbarung zuletzt telefonisch und online nicht möglich war, darauf antwortete das hessische Innenministerium auf HNA-Anfrage nicht.

Corona-Impfung für zweite Gruppe: Wie bekomme ich einen Termin?

Das bestehende System aus Onlineportal (impfterminservice.de oder impfterminservice.hessen.de) und telefonischer Hotline (116 117 oder 0611 505 92 888) steht laut hessischem Innenministerium weiterhin zur Verfügung. Wer sich dort ab heute (Dienstag 23. Februar) registriert, bekommt die Termine für Erst- und Zweitimpfung automatisch per Post oder per E-Mail.

Wenn der Vorschlag nicht passt oder ein Paartermin bevorzugt wird, können Umbuchungen online oder täglich zwischen 8 und 20 Uhr telefonisch erfolgen. Das Land Hessen bestimmt nicht darüber, wer wann drankommt, teilt das Ministerium mit. Grundsätzlich läuft die Terminvergabe innerhalb der Priorisierungsgruppe durch die Vergabesoftware nach Alter fallend, dem Zufallsprinzip und richtet sich nach den verfügbaren Impfdosen.

Das Land Hessen empfiehlt, dass sich alle aus der zweiten Gruppe, die sich impfen lassen wollen, zeitnah registrieren. Der Grund: Es kann kurzfristig zusätzlicher Corona-Impfstoff verfügbar sein.

Corona-Impfung: Wer gehört in welche Gruppe?

Wer zählt zu den Gruppen, die zuerst eine Impfung erhalten können? Wie sieht die Reihenfolge aus? Die Bundesregierung gibt folgende Einteilung an:

Gruppe 1 - Höchste Priorität:

  • Über 80-Jährige
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind,
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit hohem Expositionsrisiko wie Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, Corona-Impfzentren und in Bereichen mit infektionsrelevanten Tätigkeiten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen, die Menschen mit einem hohen Risiko behandeln, betreuen oder pflegen (vor allem Hämato-Onkologie und Transplantationsmedizin.)

Gruppe 2 - Hohe Priorität:

  • Über 70-Jährige
  • Personen mit Trisomie 21, mit Demenz, mit geistiger Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung, insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression
  • Personen nach einer Organtransplantation
  • Krebserkrankte, Personen mit schwerer Lungenerkrankung (z.B. interstitielle Lungenerkrankung, Mukoviszidose, COPD), sehr ausgeprägter Adipositas, schwerem Diabetes mellitus, chronischer Leber- oder Nierenerkrankung
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht
  • Bis zu zwei enge Kontaktperson von pflegebedürftigen Personen, die nicht in einer Einrichtung leben, die über 70 Jahre alt sind, nach Organtransplantation oder die eine der vorgenannten Erkrankungen oder Behinderung haben.
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für geistig behinderte Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in Corona-Testzentren
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst, etwa bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in relevanten Positionen der Krankenhausinfrastruktur
  • Personen, die in Flüchlings- und Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind 
  • Personen, die im Rahmen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a des Elften Buches Sozialgesetzbuch regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen tätig sind

Gruppe 3 - Erhöhte Priorität:

  • Über 60-Jährige
  • Personen mit folgenden Krankheiten: Adipositas, chron. Nierenerkrankung, chron. Lebererkrankung, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Diabetes mellitus, div. Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs, COPD oder Asthma, Autoimmunerkrankungen und Rheuma
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko (Labore) und ohne Betreuung von Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten
  • Personen, die Mitglieder von Verfassungsorganen sind oder in besonders relevanter Position in den Verfassungsorganen, in den Regierungen und Verwaltungen, in der Bundeswehr, bei Polizei, Zoll, Feuerwehr, beim Katastrophenschutz, in der Justiz und Rechtspflege, den Auslandsvertretungen oder bei Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit
  • Personen in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur, in Apotheken und Pharmawirtschaft, öffentlicher Versorgung und Entsorgung, Ernährungswirtschaft, Transportwesen, Informationstechnik und Telekommunikation
  • Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind
  • Erzieher/innen und Lehrer/innen
  • Personen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen

Gruppe 4 - Ohne Priorität:

Alle, die ein geringeres Risiko haben, einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung zu erleiden. Ihnen soll nach den priorisierten Gruppen ein Impfangebot gemacht werden. (dpa, mak)

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