Coronavirus

Nächtlicher Ansturm in Kassel: Land Hessen ruft in Warnapps zu Corona-Impfung auf

Corona-Impfung
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Land Hessen ruft via Warnapps zur Corona-Impfung auf. (Archivfoto)

Das Land Hessen ruft in Warnapps zur Impfung gegen das Coronavirus auf. Am Impfzentrum in Kassel gab es in der Nacht einen Ansturm.

Kassel – Der Andrang auf die Corona-Impftermine für Lehrer und Erzieher in Hessen ist groß – das wurde unter anderem am Dienstagabend (02.03.2021) deutlich, als sich vor dem Impfzentrum in Kassel eine lange Schlange bildete.

Großer Andrang: Weil sich viele Lehrer und Erzieher impfen lassen, bilden sich Schlangen vor dem Kasseler Impfzentrum.

Fragen und Antworten zur Impfung und weiteren Corona-Themen:

Wieso mussten viele Impfwillige so lange vor dem Impfzentrum anstehen?
Bis hinter Eppo’s Clubhaus standen die Impfwilligen am Dienstagabend und warteten bei kühlen Temperaturen darauf, sich mit dem Astrazeneca-Vakzin impfen lassen zu können. Einer von ihnen war Lehrer Daniel Hahne. Er hatte seinen Termin um 20.30 Uhr und brauchte 45 Minuten bis in die warme Halle. „Drinnen ging dann alles relativ flott, aber alles in allem hat es knapp zwei Stunden gedauert, bis ich wieder draußen war“, sagt der 36-Jährige. Warum es trotz fester Termine zu so langen Wartezeiten kam, erklärte die Stadt Kassel gestern auf Anfrage nicht genauer. Ein Sprecher sagte lediglich, dass es wegen der großen Nachfrage „vereinzelt zu Wartezeiten insbesondere im Eingangsbereich gekommen sei“. Der gesamte Impfablauf sei den gesamten Abend reibungslos verlaufen.
Gibt es noch Impftermine?
Ja. Darum hat die hessische Landesregierung gestern unter anderem über die Warnapps Katwarn und Hessenwarn alle Impfberechtigten der zweiten Priorisierungsgruppe zwischen 18 bis 64 Jahren aufgerufen, sich für einen Impftermin zu registrieren. Der Grund: Für diese Altersgruppe gibt es aktuell sehr schnell Termine, da sie mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft werden können. Für die ebenfalls zur zweiten Gruppe gehörenden über 70-Jährigen kommt das Astrazeneca-Vakzin dagegen nicht in Frage.
Wer genau kann sich damit jetzt registrieren?
Zur zweiten Gruppe zählen Personen, die das 70. Lebensjahr vollendet haben; Personen bei denen wegen Vorerkrankungen ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht. Zu den Erkrankungen zählen Trisomie 21, Demenz, Krebs, bestimmte Lungenerkrankungen, Diabetes mellitus, Leberzirrhose, chronische Nierenerkrankung und Adipositas (Body-Mass-Index über 40); Personen, bei denen nach ärztlicher Beurteilung wegen besonderer Umstände ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf besteht; bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder von einer Schwangeren; Personen, die in stationären oder ambulanten Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege geistig oder psychisch behinderter Menschen tätig sind; Personen, die in medizinischen Einrichtungen mit einem erhöhten Expositionsrisiko tätig sind; Polizei- und Ordnungskräfte, die etwa bei Demos einem hohen Risiko ausgesetzt sind. Ebenso Soldaten, die bei Einsätzen im Ausland eingesetzt werden; Personen, die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur tätig sind; Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege und in Grundschulen, Sonderschulen oder Förderschulen arbeiten.
Wann werden die über 70-Jährigen geimpft?
Die über 70-Jährigen – wie auch viele über 80-Jährige, die noch auf ihren Termin warten – sollen geimpft werden, sobald mehr Biontech-Impfstoff eintrifft. Schon jetzt können sie sich für einen Termin registrieren. Sobald der Impfstoff vorhanden ist, werden die Termine per Post (bei telefonischer Registrierung) oder per E-Mail (bei einer Registrierung über das Online-Portal) verschickt. Dabei gilt nicht: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Stattdessen werden die Termine nach absteigendem Alter vergeben, sodass die Ältesten zuerst geimpft werden.
Wie haben sich die aktuellen Zahlen entwickelt?
34 neue Corona-Fälle gibt es Stand Mittwoch (03.03.2021) im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Region Kassel (plus 18 in Kassel und plus 16 im Landkreis). Gestiegen ist auch die Zahl der aktuell Infizierten in Kassel – um 16 auf nun 120. Im Kreis ist die Zahl der aktuell Infizierten um fünf auf 158 gesunken. 26 der Infizierten werden im Krankenhaus behandelt, 9 von ihnen intensivmedizinisch. Im Kreis gibt es zudem einen weiteren Todesfall.
Wie sieht es bei der Sieben-Tage-Inzidenz aus?
Sie ist in Kassel noch einmal deutlich nach oben gegangen und liegt nun bei 40,6 (Vortag: 36,2). Im Kreis ist sie ebenfalls gestiegen, wenn auch nur leicht von 32,1 am Dienstag (02.03.2021) auf 33,8 am Mittwoch (03.03.2021). Der Kreis bleibt also unter dem Wert von 35, die Stadt liegt deutlich darüber.

(Marie Klement, mit dpa)

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